Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
In den vergangenen Tagen habe ich mich intensiver mit Peter Thiel, seiner Weltsicht und seinen Netzwerken beschäftigt. Und je mehr man hinsieht, desto erstaunlicher ist, wie eng seine Verbindungen nach Österreich reichen – und wie wenig darüber gesprochen wird. Elfriede Jelinek hat das Thema aufgegriffen: Ihr Stück „Unter Tieren (Öffnet in neuem Fenster)“, eine scharfe Abrechnung mit Kapitalismus und Entmenschlichung, wurde bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt. Mit dabei: Peter Thiel und Sebastian Kurz.
Wer nicht ins Theater kommt, kann Jelineks Abrechnung auch nachlesen: Das Buch „Unter Tieren“ gibt es schon länger.

Ansonsten geht es heute um Forderungen der NEOS-Chefin Meinl-Reisinger, maue Umfragen für Trump und ein Verfahren gegen Meta.

NEOS-Chefin Meinl-Reisinger drängt auf Pensions-Reform
NEOS-Chefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger drängt auf eine Reform des Pensionssystems. Im ORF-„Sommergespräch“ (Öffnet in neuem Fenster)kündigte sie für den Herbst einen Allparteiengipfel an. Kern ihrer Forderung ist eine schrittweise Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters ab 2030. Als Maßstab nannte sie auch 45 Beitragsjahre.
Die Pensionslücke belaste das Budget bereits mit rund einem Viertel. Höhere Beiträge oder eine Kürzung der Pensionen unterhalb der Inflationsrate lehnt Meinl-Reisinger ab. Stattdessen müsse die gestiegene Lebenserwartung berücksichtigt werden. Zudem fordert sie ein verpflichtendes Pensionssplitting für Eltern.
Die NEOS-Chefin verteidigte zugleich die Kompromisse der Regierung bei Wehrdienst und Parteienförderung. Bei Einsparungen über den vereinbarten Konsolidierungspfad hinaus schlug sie eine „Reformdividende“ vor: Die Hälfte solle in den Schuldenabbau fließen, die andere Hälfte den Steuerzahlern zugutekommen.
Auch die innerparteilichen Turbulenzen verteidigte Meinl-Reisinger. Wer gegen Regeln verstoße, müsse mit Konsequenzen rechnen. Den Vorwurf eines autoritären Führungsstils wies sie zurück.

Trump verliert massiv an Rückhalt in den USA
US-Präsident Donald Trump verliert laut einer Reuters/Ipsos-Umfrage deutlich an Zustimmung in der US-Bevölkerung, schreiben die Salzburger Nachrichten (Öffnet in neuem Fenster). Nur noch 33 Prozent der Befragten bewerten seine Arbeit im Weißen Haus positiv, 64 Prozent sind unzufrieden. Damit erreicht Trump den niedrigsten Zustimmungswert seit Dezember 2017.
Besonders belastet den Präsidenten offenbar der Krieg mit dem Iran. Rund 80 Prozent der Befragten erwarten, dass der US-Militäreinsatz länger andauern wird. Nur 16 Prozent rechnen mit einem Ende binnen weniger Wochen. Trump hatte im Wahlkampf versprochen, lange Kriege zu vermeiden, und nach Beginn des Konflikts zunächst ein schnelles Ende in Aussicht gestellt.
Der Krieg hat zudem den Ölhandel beeinträchtigt und die Benzinpreise in den USA steigen lassen. Das erhöht den Druck auf Trumps Republikaner, die bei den Kongress-Zwischenwahlen im November ihre Mehrheiten verteidigen müssen.
Bei der jüngsten Erhebung Anfang August lag Trumps Zustimmung noch bei 35 Prozent. Für die aktuelle Umfrage wurden 1.166 Erwachsene befragt, die Fehlermarge beträgt drei Prozentpunkte.

Meta vor Gericht
Für Meta beginnt in den USA ein richtungsweisender Prozess. Vor einem Bundesgericht in Oakland klagen die Bundesstaaten Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey gegen den Facebook- und Instagram-Konzern. Sie werfen ihm vor, seine Plattformen gezielt so gestaltet zu haben, dass sie für Kinder und Jugendliche schädlich sein können.
Im Zentrum stehen Funktionen wie Endlos-Scrollen, häufige Benachrichtigungen und das Zählen von „Likes“. Die Kläger fordern weitreichende Einschränkungen sowie bis zu 1,4 Billionen Dollar Schadenersatz. Rechtsexperten halten eine Zahlung in dieser Höhe allerdings für äußerst unwahrscheinlich.
Meta weist die Vorwürfe zurück. Der Konzern verweist auf Schutzmaßnahmen für Minderjährige und argumentiert, psychische Schäden könnten nicht einem einzelnen Onlinedienst zugerechnet werden. Zudem beruft sich Meta auf den Schutz der Meinungsfreiheit.
Der Prozess könnte dennoch weitreichende Folgen haben. Die Kläger wollen einen Präzedenzfall schaffen, der weitere Verfahren gegen Meta ermöglichen könnte. Die Verhandlung soll rund sechs Wochen dauern, mit einem Urteil wird Anfang Oktober gerechnet. Meta-Chef Mark Zuckerberg soll Ende September als Zeuge aussagen.
Auslöser der Verfahren waren die 2021 veröffentlichten „Facebook Files“. Interne Dokumente hatten Hinweise darauf geliefert, dass Meta mögliche negative Auswirkungen seiner Plattformen auf Minderjährige kannte.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Patrouilliert eine Bürgerwehr im 22. Bezirk in Wien?
Kriminelle Jugendbanden sollen in der Donaustadt ihr Unwesen treiben, dagegen sollen Biker Front machen, Der Falter hat sich umgesehen und überprüft, ob die Meldungen von Krone und rechtsextremen Medien real sind. Und hat bei der Polizei nachgefragt.
https://www.falter.at/morgen/20260818/hat-die-donaustadt-nun-auch-ein-problem-mit-jugendbanden (Öffnet in neuem Fenster)
Du musst nicht einsam sein, um dich in eine KI zu verlieben
Das kann jedem passieren, auch Menschen, die das gar nicht wollen und glücklich in ihrer Partnerschaft sind. Christoph Koch erklärt, wie KI Beziehungen verändert.
https://krautreporter.de/leben-und-lieben/6517-du-musst-nicht-einsam-sein-um-dich-in-eine-ki-zu-verlieben#lesen (Öffnet in neuem Fenster)
In Ceuta wächst der Frust über die Regierung
Correctiv hat einen Reporter nach Ceuta geschickt: Eine erneute Massenüberquerung in die spanische Exklave ist ausgeblieben, in der Bevölkerung und bei Helfenden breitet sich nun Frustration aus, schreibt er.
https://correctiv.org/aktuelles/flucht-und-migration/2026/08/16/in-ceuta-waechst-der-frust-ueber-die-regierung/ (Öffnet in neuem Fenster)Wartet auf US-Wahlen im November und liest derweil “Unter tieren”: Markus

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