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Wieder Turbulenzen im ORF

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Glück gilt oft als persönliche Angelegenheit. Doch eine internationale Studie (Öffnet in neuem Fenster)mit Daten von mehr als 97.000 Menschen zeichnet ein anderes Bild: Entscheidend für das Wohlbefinden einer Gesellschaft ist weniger, wie verbissen Einzelne ihr eigenes Glück suchen – sondern wie gut eine Gemeinschaft füreinander sorgt.

Fairness, Vertrauen und funktionierende Strukturen werden damit zu Schlüsselfaktoren kollektiver Zufriedenheit.

So einfach geht Glück.

Ansonsten geht es heute um Musk, ORF und die USA.

Musk mischt wieder mit

Vor zwei Jahren gehörte Elon Musk zu Donald Trumps wichtigsten Unterstützern. Mit mehr als 250 Millionen Dollar half der Techmilliardär dem Republikaner zurück ins Weiße Haus. Danach folgte der Bruch: Musk kritisierte Trumps Politik, brachte sogar eine eigene Partei ins Spiel und zog sich vorübergehend aus Washington zurück.

Nun kehrt er zurück, schreibt der Spiegel (Öffnet in neuem Fenster). Vor den Kongresswahlen im November will Musk die Republikaner erneut mit Millionenspenden unterstützen. US-Medien berichten von bis zu 120 Millionen Dollar, die über seine Organisation “America PAC” in den Wahlkampf fließen sollen.

Anders als 2024 setzt Musk diesmal jedoch auf leisere Töne. Statt selbst auf Bühnen aufzutreten, will er im Hintergrund agieren. Der Konflikt mit Trump scheint vorerst beigelegt. Für die Republikaner kommt die Unterstützung zur rechten Zeit: Angesichts sinkender Zustimmungswerte und wachsender Zweifel an Trumps Kurs könnten Musks Millionen im Kampf um die Mehrheiten im Kongress entscheidend werden.

Die Turbulenzen im ORF weiten sich aus

Der ORF hat ORF-3-Geschäftsführer Peter Schöber mit sofortiger Wirkung abberufen und beurlaubt. Hintergrund sind Compliance-Ermittlungen, die laut Generaldirektorin Ingrid Thurnher zu dem Schluss gekommen sind, dass Schöber wiederholt Verhaltensweisen gezeigt habe, die „mit der Rolle einer Führungskraft im ORF nicht vereinbar“ seien.

Die Vorwürfe reichen weit zurück. Bereits 2024 hatten Dutzende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von einem belastenden Arbeitsklima, Mobbing und möglicher Einflussnahme auf redaktionelle Inhalte berichtet. Zudem läuft ein Verfahren vor dem Arbeits- und Sozialgericht Wien. Dabei geht es unter anderem um den Verdacht der Diskriminierung und sexuellen Belästigung.

Wie es mit ORF III weitergeht, ist derzeit offen. Zuletzt wurde auch über eine stärkere Einbindung des Senders in die Strukturen des ORF diskutiert.

Nach der Abberufung des ORF-III-Chefs Schöber ermittelt die Staatsanwaltschaft Wien nun auch gegen den Vorsitzenden des ORF-Stiftungsrats, Heinz Lederer. Im Raum steht der Anfangsverdacht der schweren Nötigung. Für Lederer gilt die Unschuldsvermutung.

Auslöser der Ermittlungen ist ein Gespräch aus dem Frühjahr 2025 mit dem damaligen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann. Dabei soll es um Personalentscheidungen, wirtschaftliche Fragen und die Filmförderung gegangen sein. Laut Medienberichten soll Lederer Weißmann dabei massiv unter Druck gesetzt haben.

Lederer weist die Vorwürfe zurück. Gegenüber Medien erklärte er, er sei bislang nicht einmal einvernommen worden und gehe davon aus, dass sich die Anschuldigungen als haltlos erweisen werden.

Linker El-Sayed gewinnt wichtige US-Vorwahl

Bei den Zwischenwahlen im kommenden November werden die Verhältnisse im US-Parlament, dem Kongress, neu bestimmt. Die Demokraten hoffen, in beiden Kammern – Senat und Repräsentantenhaus – die Mehrheit von den Republikanern zurückzugewinnen und so Präsident Donald Trumps Macht einzuschränken. Über das Wie tobt innerhalb der demokratischen Partei allerdings ein Richtungsstreit: Der linke Flügel fordert die Mitte heraus, wobei es auch ein Generationenkonflikt ist. Jüngere, progressive Stimmen werfen der älteren Parteispitze vor, sich Trump nicht entschlossen genug entgegenzustellen und zu wenig klare Alternativen anzubieten. In genau dieser Auseinandersetzung gab es nun einen bedeutenden Wahlsieg: In der Vorwahl der Demokraten für den offenen Senatssitz im Michigan (Öffnet in neuem Fenster) setzte sich der progressive Kandidat Abdul El-Sayed am Dienstag äußerst knapp gegen die gemäßigtere Haley Stevens durch, die vom Parteiestablishment und einflussreichen Großspendern unterstützt wurde. Damit tritt El-Sayed im November gegen den Republikaner Mike Rogers an.

Besonderes Gewicht bekommt das Rennen, weil Michigan im Mittleren Westen als sogenannter Swing State beziehungsweise Toss Up State (Öffnet in neuem Fenster) gilt – also als Bundesstaat, in dem weder Demokraten noch Republikaner verlässlich die Oberhand haben. Entsprechend wichtig ist er für die Machtverhältnisse in Washington. Es dürfte damit eines der wichtigsten Rennen dieses Wahljahres werden – nicht zuletzt, weil sich daran die grundsätzliche Frage entscheidet, ob dem Rechtsruck in den USA mit einem klaren linken Gegenentwurf auch in Bundesstaaten jenseits der liberal geprägten Küsten begegnet werden kann, oder ob die Antwort in der politischen Mitte liegt. El-Sayed, der in den USA geboren wurde und ägyptische Wurzeln hat, wäre außerdem der erste muslimische Senator in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Wofür er im Wahlkampf konkret steht, lässt sich beim Spiegel (Öffnet in neuem Fenster) nachlesen, oder ausführlicher beim Intercept (Öffnet in neuem Fenster) in einem empfehlenswerten Interview anhören. (Luzia Geyer)

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Fluchtgefahr ignoriert?  Justizfarce um untergetauchten syrischen Folterer

Nach seiner Verurteilung in Wien ist ein mutmaßlicher Folterer des syrischen Assad-Regimes offenbar untergetaucht. Der Mann, der wegen schwerer Verbrechen angeklagt worden war, soll sich trotz eines nicht rechtskräftigen Schuldspruchs ins Ausland abgesetzt haben – möglicherweise nach Syrien.

Nun stellt sich der Falter die Frage, warum die Justiz die Fluchtgefahr offenbar unterschätzt hat. Der Fall sorgt nicht nur wegen der Schwere der Vorwürfe für Aufsehen, sondern auch wegen möglicher Versäumnisse der Behörden.

https://www.falter.at/zeitung/20260804/justizfarce-um-untergetauchten-syrischen-folterer (Öffnet in neuem Fenster)

Renée DiResta erforschte Verschwörungen – dann wurde sie selbst zu einer 

 Die MAGA-Bewegung erklärte sie zur CIA-Agentin, die Millionen Amerikaner:innen mundtot machte. Sie hat mir erzählt, wie schwer es ist, die Wahrheit zu beweisen.

https://krautreporter.de/politik-und-macht/6507-renee-diresta-erforschte-verschworungen-dann-wurde-sie-selbst-zu-einer#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

Sicherheitsforscher hackt Nordkorea-Hacker

Nordkoreanische Hacker sollen weltweit 1640 Unternehmen in 57 Ländern angegriffen haben. Der Sicherheitsforscher Vangelis Stykas erlangte 22 Monate lang Einblick in Systeme einer Gruppe und identifizierte bei 700 bis 800 Firmen schwere Einbrüche. Die staatlich gesteuerten Akteure erbeuten vor allem Kryptowährungen und finanzieren damit laut Behördenangaben Nordkoreas Rüstungsprogramme.

https://www.heise.de/news/Nordkoreanische-Hacker-Sicherheitsforscher-deckt-weltweite-Angriffe-auf-11400679.html (Öffnet in neuem Fenster)

Wünscht einen schönen Tag:

Markus

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