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Das Familienbild des Bundeskanzlers

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Jenseits von Waldbränden, Dürre und 41 Grad in Wien beschäftigt mich gerade die auf dem Flughafen Leipzig entdeckte Drohne mit Sprengstoff. Deutschland ist alarmiert. 

Die deutsche Regierung spricht von einem „sehr ernsten sicherheitsrelevanten Vorfall“. Wer hinter dem Anschlagsversuch steckt, ist noch unklar – eine russische Beteiligung wird jedoch nicht ausgeschlossen, aber nicht offen angeklagt. 

Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts eines Sprengstoffanschlags und eines gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Experten warnen zugleich vor möglichen russischen Einflussversuchen vor den anstehenden Landtagswahlen im Osten Deutschlands. Der Vorfall hat das Zeug für eine veritable Krise.

Erwähnen muss ich noch, dass ein Busfahrer die Drohne mit einem Fußtritt aus Gefecht setzte. Zumindest wird das so erzählt.

Ansonsten geht es heute um die Aussagen des Bundeskanzlers und eines Landeshauptmanns – sowie um Datenbrillen.

Stocker löst mit Aussagen zur Kinderbetreuung Kritik aus

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat mit einer Aussage zur Kinderbetreuung heftige Reaktionen ausgelöst. Bei einer Diskussionsveranstaltung in Salzburg erklärte er, die Betreuung der eigenen Kinder zu Hause nicht als Arbeit zu betrachten. Kritik kommt von der FPÖ, den Grünen und der SPÖ.

Auslöser war die Frage einer Teilnehmerin, die auf die hohe Belastung vieler Frauen hinwies. Denn diese leisten im Schnitt 96 Stunden unbezahlter Betreuungsarbeit pro Woche. Stocker entgegnete, Familie sei für ihn kein „Business Case“. Elternschaft bedeute Verantwortung und den Einsatz füreinander, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten.

Die Äußerung sorgte im Publikum für Buhrufe und löste politische Kritik aus. Stocker betonte dagegen, dass seine Aussagen Ausdruck eines anderen Familienverständnisses seien. Grünen-Chefin Leonore Gewessler warf dem Kanzler vor, die Leistungen von Müttern abzuwerten.  Als „unverschämt und zynisch” wertet die Aussage Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ). Die SPÖ verpackt ihre Kritik freundlicher. „Wer so spricht, blendet die Lebensrealität vieler Frauen aus. Kinderbetreuung ist keine Nebensache, sondern harte Arbeit. Und zwar unbezahlt mit Folgen für Einkommen, Karriere und Pension“, sagte SPÖ-Frauensprecherin Sabine Schatz. Der Kanzler hat sich mittlerweile für seine Aussage entschuldigt.

Doskozil kritisiert seine SPÖ

Hans Peter Doskozil meldet sich nach längerer gesundheitlicher Pause mit scharfer Kritik an der Bundes-SPÖ zurück. Im ORF-Sommerinterview (Öffnet in neuem Fenster) stellte der burgenländische Landeshauptmann den Kurs von Parteichef Andreas Babler offen infrage und deutete angesichts schwacher Umfragewerte personelle Konsequenzen an.

Nach Angaben Doskozils liege die SPÖ in internen Erhebungen nur noch bei 13 bis 14 Prozent, die Rohdaten fielen demnach noch schlechter aus. „Da ist Feuer am Dach“, sagte der SPÖ-Politiker. Die Partei müsse verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen und ihr Profil schärfen. Gelinge das der Parteiführung nicht, müsse sie die Konsequenzen ziehen.

Die Bundespartei reagierte auf die Vorwürfe vorerst nicht. Kritik kam hingegen von der ÖVP. Generalsekretär Markus Gstöttner wies Doskozils Angriffe zurück und verwies auf die finanzielle Lage des Burgenlands.

Restaurants und Theater in Großbritannien verbieten Datenbrillen

Die Debatte um Datenbrillen erreicht Großbritannien. Immer mehr Restaurants, Pubs und Theater untersagen ihren Gästen das Tragen der Geräte. Im Mittelpunkt der Kritik steht die von Meta entwickelte Brille, die mit unauffällig eingebauten Kameras ausgestattet ist und Aufnahmen nahezu unbemerkt ermöglicht.

Der Londoner Gastronom Jeremy King erklärte gegenüber dem Guardian (Öffnet in neuem Fenster), er wolle keine Eingriffe in die Privatsphäre seiner Gäste dulden. Auch die Pub-Kette Wetherspoons verweist auf die geltende Regel, wonach Gäste und Beschäftigte nicht ohne deren Zustimmung gefilmt werden dürfen.

Mehrere Theater in Bristol und Edinburgh verlangen inzwischen, dass Besucher die Brillen vor Beginn der Vorstellung abnehmen. Datenschützer warnen seit Längerem, dass mit den Geräten immer häufiger Menschen ungefragt gefilmt werden und die Aufnahmen anschließend in sozialen Netzwerken landen. Meta betont, eine Kontrollleuchte weise auf laufende Aufnahmen hin.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Rechenzentrum in Nickelsdorf: Was wir wissen

In Nickelsdorf könnte das nächste große Rechenzentrum entstehen. Das sorgt für viele Fragen zu Wasser, Strom und einer UVP. Was noch durchgesickert ist, und was dem Projekt noch im Weg stehen könnte, hat das Profil aufgeschrieben.

https://www.profil.at/wirtschaft/update-rechenzentrum-nickelsdorf-das-wissen-wir/403180404 (Öffnet in neuem Fenster)

Jeder findet in Ulm eine bezahlbare Wohnung

In vielen Großstädten explodieren die Mieten. Nicht in Ulm, weil die Stadt seit 130 Jahren gegensteuert. Kann das auch anderswo funktionieren?

https://krautreporter.de/geld-und-wirtschaft/6508-jeder-findet-in-ulm-eine-bezahlbare-wohnung#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

Alte Männer und problematisches Datingverhalten

Wie „gesund“ kann man es einstufen, wenn ein 58-jähriger Musiker mit einem 16-jährigen Mädchen liiert ist, fragt Claudia Zettel in ihrem Newsletter und gibt die Antwort: nicht besonders. Auch wenn sich dieses Szenario gerade noch so an der Legalitätsgrenze bewegt, darf man hier guten Gewissens Einwände äußern.

https://steady.page/de/keine-frauen/posts/016d987c-57e3-4f07-a572-daa85fadaaee (Öffnet in neuem Fenster)

Mag Datenbrillen nicht:

Markus

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