Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Kaum habe ich im gestrigen Newsletter über einen Femizid geschrieben, wurde ein weiterer bekannt. In Graz ist eine 24-jährige Frau getötet worden.
Laut einer Auflistung der Autonomen Frauenhäuser (Öffnet in neuem Fenster) wurden heuer in Österreich bisher 17 Femizide verzeichnet – und das ohne den Fall in Graz sowie einem weiteren ebenfalls am Donnerstag bekannt gewordenen Fall in Oberösterreich. Aktuell sind die Femizide kein großes Thema für die Politik - das muss sich ändern.

Ansonsten geht es heute um Volkswagen, die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Hintergründe zum DERAD-Aus sowie eine christliche Sekte in Vorarlberg.

VW: Weitere 50.000 Jobs sollen wegfallen
Volkswagen verschärft seinen Sparkurs drastisch. Der Aufsichtsrat des größten europäischen Autokonzerns billigte am Donnerstagabend überraschend den „Zukunftsplan 2030“ des Vorstands. Kern der Sanierung: In den kommenden Jahren sollen konzernweit weitere 50.000 Stellen wegfallen – zusätzlich zu bereits beschlossenen 50.000 Arbeitsplätzen, so ZDF. (Öffnet in neuem Fenster)
Auch die Produktionskapazitäten in Europa sollen um jährlich 500.000 Fahrzeuge sinken. Für die Werke in Neckarsulm, Zwickau, Emden und Hannover gibt es ab 2031 nach Konzernangaben keine gesicherten Folgeaufträge. Alternative Nutzungskonzepte würden geprüft.
Der Umbau betrifft zudem die Modellpalette. Bis 2035 soll die Zahl der angebotenen Modelle halbiert und die technische Komplexität um 75 Prozent reduziert werden. Zugleich will Volkswagen seine Investitionen deutlich zurückfahren: Von 2027 bis 2031 sind 135 Milliarden Euro vorgesehen, rund 30 Milliarden weniger als bislang geplant.
Mit dem Sparprogramm reagiert VW auf sinkende Renditen, Überkapazitäten und den wachsenden Konkurrenzdruck aus China. Bis 2030 soll die operative Rendite auf neun Prozent steigen. Hoffnung setzt der Konzern vor allem auf Nordamerika und neue, profitable Fahrzeugsegmente. Der Umbau markiert einen der tiefsten Einschnitte in der jüngeren Geschichte von Volkswagen.

Wahlen in Sachsen-Anhalt
Der Countdown läuft für die Landtagswahl: Am Sonntag geben die Menschen im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt ihre Stimme ab. Wird die AfD erstmals einen Ministerpräsidenten stellen? Ist eine Koalition, in der sowohl CDU als auch Linke sind, tatsächlich denkbar? Schaffen es die Grünen und die FDP über die Fünf-Prozent-Hürde (Öffnet in neuem Fenster)? Das sind nur ein paar der Fragen, zu denen es nach diesem Wochenende mehr Klarheit geben dürfte. In Halle an der Saale gingen gestern mehrere Tausend Menschen unter dem Motto „Halle steht auf“ auf die Straße, um für gesellschaftlichen Zusammenhalt zu demonstrieren. Unterdessen wurde der Wahl-O-Mat (Öffnet in neuem Fenster) bis Mittwochnachmittag so oft genutzt wie niemals zuvor, berichtet ZDFheute (Öffnet in neuem Fenster): Insgesamt 1.028.550 mal beantworteten User:innen alle 38 Fragen.
Einen guten Überblick zur aktuellen Lage bietet der MDR (Öffnet in neuem Fenster). Etliche Medien haben schon jetzt Liveticker auf der Website, unter anderem der Spiegel (Öffnet in neuem Fenster), und befassen sich auch sonst ausführlich mit Sachsen-Anhalt. Die Zeit (Öffnet in neuem Fenster) etwa bat Vertreter:innen der verschiedenen Parteien darum, nur Gutes über ihre politischen Gegner:innen zu sagen. Der Tagesspiegel (Öffnet in neuem Fenster) (Paywall) porträtiert den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby (SPD), der schon bepöbelt und verprügelt wurde – und trotzdem nicht daran denkt, sein Bundesland aufzugeben. Dass die Situation in Sachsen-Anhalt ein gesamtdeutsches Symptom ist, zeigt die Auswertung von „Deutschland spricht“. An der regelmäßigen Debattenaktion nahmen dieses Mal mehr als 20.000 Menschen verschiedenster Hintergründe teil. Das Ergebnis laut F.A.Z. (Öffnet in neuem Fenster): Die größte politische Kluft im Land trennt nicht Ost und West, sondern junge Frauen und ältere Männer. (Luzia Geier)

DERAD: DSN beruft sich auf „zahlreiche Erkenntnisse“
Nach dem Ende der Zusammenarbeit zwischen dem Deradikalisierungsverein Derad und mehreren Ministerien verschärft die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) ihre Vorwürfe. Es gebe „zahlreiche Erkenntnisse“ über Verbindungen von Mitarbeitern des Vereins zu Strukturen des legalistischen Islamismus, erklärte DSN-Chefin Sylvia Mayer.
Die Einschätzung stützt sich laut Sicherheitskreisen auf eine umfassende Überprüfung von rund einem Dutzend Mitarbeitern, berichtet der ORF (Öffnet in neuem Fenster). Dabei hätten sich bei zentralen Akteuren „gesicherte Bezüge“ zur Muslimbruderschaft ergeben. Es handle sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem. Strafrechtliche Vorwürfe stehen allerdings nicht im Raum.
Derad war unter anderem im Auftrag des Justizministeriums in Gefängnissen tätig und sollte Islamisten vom Extremismus lösen. Nach Erkenntnissen aus Sicherheitskreisen sollen Betreute zwar vom Dschihadismus abgebracht worden sein, ihre islamistische Ideologie jedoch in anderer Form weiter verfolgt haben.
Weitere Vorwürfe, so die Presse (Öffnet in neuem Fenster), betreffen den Umgang mit Frauen in Workshops und mögliche Kontakte zu ehemaligen Mitgliedern islamistischer Organisationen. Derad weist sämtliche Anschuldigungen zurück und betont, stets gegen die Muslimbruderschaft gearbeitet zu haben, schreibt der STANDARD (Öffnet in neuem Fenster).

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Im Namen Gottes
Eine christliche Sekte hat sich in Vorarlberg offenbar über Jahre eine eigene Welt geschaffen. Ihre Anhänger kaufen Häuser, ziehen in die Nähe Gleichgesinnter und erziehen ihre Kinder weitgehend abgeschottet von der Gesellschaft.
Nach außen wirkt das Leben der Gemeinschaft unauffällig. Doch ehemalige Mitgliederinnen berichten nun von einer anderen Realität. Als Kinder und Jugendliche, sagen sie, seien sie psychischer und körperlicher Gewalt ausgesetzt gewesen. Gehorsam, Kontrolle und religiöse Regeln hätten ihren Alltag bestimmt, so DATUM.
https://datum.at/im-namen-gottes/ (Öffnet in neuem Fenster)
Russlands geheimer Krieg gegen Deutschland, verständlich erklärt
Explodierende Pakete, gefälschte Spiegel-Artikel und Wegwerf-Agenten: Die Angriffe werden immer dreister. Alles, was du darüber wissen musst.
https://krautreporter.de/politik-und-macht/5868-russlands-geheimer-krieg-gegen-deutschland-verstandlich-erklart#lesen (Öffnet in neuem Fenster)
Restaurator verewigt sich auf Wandgemälde
Am Haus zum Goldenen Becher, unmittelbar neben dem Stephansdom, sind nach Abschluss der Arbeiten ungewöhnliche Wandmalereien aufgetaucht. Besonders kurios: Wo offenbar einst Rudolf von Habsburg dargestellt werden sollte, ist nun Arnold von Kärnten, der Restaurator, zu sehen.
Die Veränderungen an dem traditionsreichen Gebäude in der Wiener Innenstadt werfen Fragen auf – auch bei den Behörden. Die Stadt Wien prüft nun, ob die zwischen 2019 und 2025 durchgeführten Renovierungsarbeiten und die auffällige Neugestaltung rechtlich zulässig sind.
https://www.instagram.com/reel/Dc1IcKZTLlq/ (Öffnet in neuem Fenster)Ärgert sich, dass Manner Schnitten in Wien um 114 Prozent teurer (Öffnet in neuem Fenster) sind, als in Deutschland: Markus

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