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Der Plagiatsjäger - Das Geschäft mit dem Vorwurf

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Am Ufer der Ager in Vöcklabruck haben spielende Kinder am Dienstagnachmittag die Leiche einer 53-jährigen Frau entdeckt. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, wies die Tote mehrere Stichverletzungen auf. Die Ermittler gehen aufgrund der Spurenlage von einem Tötungsdelikt aus.

Im jahr 2025 gab es 16 Femizide - 2026 sind es bereits 18. Und man kann nicht oft genug daran erinnern: Wenn Frauen getötet werden, weil sie Frauen sind, geschieht das meist nicht aus heiterem Himmel. Den tödlichen Taten gehen häufig Gewalt, Kontrolle, Einschüchterung und zunehmende Enthemmung voraus.

Deshalb muss eine Politik, die Femizide tatsächlich verhindern will, früher ansetzen: Sie muss alle Formen und Vorstufen von Gewalt gegen Frauen konsequent bekämpfen.

Ansonsten geht es heute um Drohnen von Leipzig, den Mord an einer Journalistin und Wiens Volksschulen.

Drohnen von Leipzig: Tatverdächtige identifiziert

Russland hat auf deutsche Vorwürfe wegen des geplanten Drohnenanschlags in Leipzig mit Gegenmaßnahmen reagiert: Außenminister Sergej Lawrow kündigte die Schließung der Goethe-Institute im Land an.

Deutsche Ermittler haben laut „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR (Öffnet in neuem Fenster)zwei Tatverdächtige identifiziert. Beide sollen Verbindungen nach Russland haben. Einer, ein gebürtiger Russe mit lettischem Pass, soll als Logistiker und Instrukteur des Anschlags agiert und Kontakte zum russischen Geheimdienst gehabt haben. Er reiste demnach Ende Juli über Berlin ein und kurz vor dem geplanten Anschlag wieder aus.

Auf die Spur des zweiten Verdächtigen, eines Belarussen mit russischem Pass, führten DNA-Spuren an einer Drohne, einer mit Sprengstoff gefüllten Dose und einer Antenne. Die Spuren sollen mit Datenbanken in Litauen und Finnland übereingestimmt haben.

Ob die Verdächtigen zur Verantwortung gezogen werden können, ist unklar. Moskau weist jede Beteiligung zurück. Derweil kam es in der Ukraine zu einem beachtlichen Vorfall.

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen Schusswechsel zwischen Mitarbeitern des Inlandsgeheimdienstes SBU und des Militärgeheimdienstes HUR als „absolut skandalös“ bezeichnet. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Selenskyj forderte den Generalstaatsanwalt zur Aufklärung auf. „In der Ukraine darf nur auf russische Besatzer geschossen werden“, sagte er. Hintergrund des Vorfalls sollen Ermittlungen gegen einen mutmaßlich aus Moskau gesteuerten Anschlag auf einen russischen Oppositionellen sein, schreibt der ORF (Öffnet in neuem Fenster). Der HUR äußerte sich bislang nicht

Überraschender Freispruch nach Mord an Journalistin

Knapp neun Jahre nach dem Mord an der maltesischen Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia ist der Geschäftsmann Yorgen Fenech überraschend freigesprochen worden. Eine Jury in Valletta sah es als nicht erwiesen an, dass der 44-Jährige Drahtzieher des Autobombenanschlags von 2017 war.

Caruana Galizia war am 16. Oktober 2017 nahe ihres Hauses in ihrem Auto getötet worden. Die 53-Jährige hatte über Korruption und Verbindungen zwischen Politik und Wirtschaft recherchiert. Der Mord erschütterte Malta und löste Massenproteste aus, die 2019 zum Rücktritt des damaligen Ministerpräsidenten Joseph Muscat führten.

Drei Auftragsmörder hatten sich schuldig bekannt, weitere Beteiligte wurden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Fenech wusste nach eigenen Angaben von den Mordplänen, bestritt jedoch, den Anschlag in Auftrag gegeben zu haben.

Familie und Medienorganisationen reagierten entsetzt. Neun Jahre nach dem Mord sei der mutmaßliche Drahtzieher weiterhin nicht zur Rechenschaft gezogen worden, kritisierte Reporter ohne Grenzen.

Zusammengepfercht: Wiens Volksschulen geht der Platz aus

Wien wächst – und in den Volksschulen wird es eng. Pädagogen berichten von Klassenräumen, die bis auf den letzten Platz gefüllt werden. Eine verbindliche Mindestfläche pro Kind oder eine Obergrenze für Schüler gibt es nicht, schreibt das Profil (Öffnet in neuem Fenster).

In den vergangenen zehn Jahren entstanden in Wien 1200 neue Klassen, viele davon in bestehenden Schulgebäuden. Wo Platz fehlt, werden Gruppenräume, Freizeitflächen und Multifunktionsräume zu Klassenzimmern umfunktioniert. Mehr Klassen bedeuten so oft nicht mehr Raum, sondern weniger.

Die Folgen sind im Alltag spürbar: Kinder verbringen ihre Pausen auf den Gängen, während nebenan Unterricht stattfindet. Lärm, fehlende Bewegungsflächen und kaum Möglichkeiten zum Rückzug erschweren das Lernen.

Besonders absurd: Für Arbeitnehmer, Kindergartenkinder oder Flüchtlingsunterkünfte gibt es Mindestvorgaben für Raum. Für Volksschulkinder nicht.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Der Plagiatsjäger - Das Geschäft mit dem Vorwurf

Ob Spitzenpolitiker oder Jorunalist*innen: Gegen sie alle erhob Stefan Weber Plagiatsvorwürfe. Der selbst ernannte Plagiatsjäger erstellt Gutachten gegen Bezahlung – und bietet offenbar auch Hilfe bei deren medialer Platzierung an.

Weber inszeniert sich als unabhängiger Wissenschaftler, arbeitet jedoch auch für politische Akteure wie das rechte Portal NIUS und die AfD. Eine ZAPP-Recherche zeigt, welche Folgen seine Vorwürfe haben können – selbst wenn sie sich später als haltlos erweisen.

In Österreich, wo Webers Karriere begann, wächst inzwischen die Distanz. Nach den Vorwürfen gegen die Journalistin Alexandra Föderl-Schmid kam es zum Bruch. Die zentrale Frage bleibt: Was treibt Weber an – und warum spielen die Medien sein Spiel?

https://www.ardmediathek.de/video/zapp/der-plagiatsjaeger-das-geschaeft-mit-dem-vorwurf/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS80NTFjYzQ5Ny1hYTBjLTRmMzMtYjA2Yi1hM2EwYzAzZmE2MTE (Öffnet in neuem Fenster)

Zehn Kinderbücher, die auch den Eltern Spaß machen

Keine Lust mehr auf Conny und die Olchis? Ich habe Buchhändlerinnen nach ihren Buchtipps gefragt.

https://krautreporter.de/kinder-und-bildung/6533-zehn-kinderbucher-die-auch-den-eltern-spass-machen#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

Überwachung ohne Staatstrojaner: Wie Behörden bei WhatsApp und Signal mitlesen

Laut einem Leak kapern der deutsche Zoll und das BKA Messenger-Konten über offizielle Web-Funktionen. Netzpolitik.org (Öffnet in neuem Fenster) hat ein vertrauliches Dokument dazu veröffentlicht.

https://netzpolitik.org/2026/messenger-ueberwachung-immer-mehr-polizei-ueberwacht-messenger-wie-whatsapp/ (Öffnet in neuem Fenster)

Hat für den STANDARD eine Recherche geschrieben - Millionäre, FPÖ, Gold: Woher das Geld für AUF1 stammt (Öffnet in neuem Fenster): Markus

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