Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Diese Meldung (Öffnet in neuem Fenster)hat mich überrascht: Austrian Airlines streicht ab dem Winterflugplan die Verbindung Graz–Wien. Der Grund: Zu wenige Menschen nutzen den rund 35-Minuten-Flug, die Strecke rechnet sich nicht mehr.
Überrascht hat mich vor allem, dass es diese Verbindung überhaupt noch gibt. Kurze Inlandsflüge schienen vielerorts längst ein Auslaufmodell zu sein. Frankreich etwa hat bereits 2023 ein Gesetz beschlossen, das bestimmte Kurzstreckenflüge verbietet – wenn eine direkte Zugverbindung weniger als zweieinhalb Stunden dauert. Die Begründung: Klimaschutz.
Für die Strecke Wien-Graz schafft die ÖBB knapp unter zweieinhalb Stunden. Mit dem Semmering-Basistunnel (Eröffnung Ende 2029) sind es dann nur mehr 1 Stunde und 50 Minuten.
In Österreich braucht es kein Verbot, der Markt hat es gerichtet.

Ansonsten geht es heute um Trump, Wassermangel und das geplante Holocaust-Museum.

Iran-Krieg bringt Trump an Grenzen seiner Macht
Am Sonntagabend erklärte Donald Trump vor Journalist:innen, es werde zu Wochenbeginn neue Gespräche zwischen Washington und Teheran geben. Wie so oft bei Aussagen des US-Präsidenten war Vorsicht geboten: Kurz darauf dementierte die iranische Führung, solche Gespräche seien in Planung. „Der Iran verhandelt … aber nicht mit den USA“, titelt entsprechend ntv (Öffnet in neuem Fenster). Über die für den Ölhandel wichtige Straße von Hormus tausche man sich stattdessen mit dem Oman aus. Trump bezeichnete die iranische Führung daraufhin als „unglaublich doppelzüngig“ (Öffnet in neuem Fenster), schließlich habe sie selbst Gespräche gefordert.
Für den Republikaner entwickelt sich der gemeinsam mit Israel angezettelte Krieg zunehmend zu einem innenpolitischen Debakel. Schon vor einigen Wochen drängten Kommentatoren beim eigentlich Trump-freundlichen Sender Fox News darauf (Öffnet in neuem Fenster), das Land irgendwie aus dem Krieg herauszumanövrieren – nicht zuletzt mit Blick auf die im November anstehenden Kongresswahlen. Wie begrenzt die militärischen Optionen der USA tatsächlich sind, zeigt ein Bericht von t-online (Öffnet in neuem Fenster): Demnach wandte sich das für den Nahen Osten zuständige US-Zentralkommando Centcom mit der ungewöhnlichen Bitte an seine Mitarbeiter:innen, „kreative und unkonventionelle“ Vorschläge zu entwickeln, wie man den Iran stärker unter Druck setzen und „bestrafen“ könne. In Teheran glaube man, „die Achillesferse der Welt gefunden zu haben“, analysiert die New York Times (Öffnet in neuem Fenster). Der iranischen Führung sei es mithilfe verbündeter Milizen gelungen, mehrere der weltweit wichtigsten Energieanlagen und Wasserstraßen zu bedrohen. Die aktuellen Entwicklungen verfolgt unter anderem die F.A.Z. (Öffnet in neuem Fenster) im Liveblog.

Österreichischen Gemeinden geht das Wasser aus
Die Trockenheit setzt Österreichs Wasserversorgung zunehmend unter Druck. Immer mehr Gemeinden rufen zum Sparen auf, besonders betroffen sind Orte, die auf Quellwasser angewiesen sind, meldet der ORF (Öffnet in neuem Fenster).
Selbst am Traunsee wird das Wasser knapp: Traunkirchen kann seine Haushalte derzeit nur dank der Unterstützung von Altmünster ausreichend versorgen. Die Nachbargemeinde liefert inzwischen rund die Hälfte des benötigten Trinkwassers – und warnt selbst vor schwindenden Reserven.
Die Ursache liegt in der anhaltenden Dürre. Die Böden sind so trocken, dass Regen kaum versickert. Kurze Schauer oder lokale Starkregen helfen wenig, weil das Wasser nicht in die tieferen Schichten gelangt. Experten warnen: Es braucht länger andauernde Niederschläge, damit sich die unterirdischen Wasserspeicher wieder füllen.

Erste Arbeiten für Holocaust-Zentrum in Wien
Das geplante Holocaust-Zentrum in Wien soll konkreter werden: Eine Kommission soll ein inhaltliches Konzept erarbeiten und dabei nationale wie internationale Expertinnen und Experten einbinden.
Doch das Vorhaben ist politisch nicht frei von Spannungen. Medien berichteten über interne Debatten über mögliche personelle Besetzungen – darunter eine mögliche Rolle des früheren Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka (ÖVP), berichtet die Krone (Öffnet in neuem Fenster). Aus dem Büro von Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) werden die Spekulationen nicht kommentiert.
Eine Eröffnung ist allerdings noch weit entfernt. Das Regierungsprogramm sieht zunächst nur eine Machbarkeitsstudie für ein österreichisches Holocaust-Museum als Bildungs-, Forschungs- und Gedenkort vor. Ziel ist es, in dieser Legislaturperiode die Grundlagen für das Projekt zu schaffen.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Waldbrände: „Das größte Problem ist die Nacht“
Die schweren Waldbrände in Südeuropa wecken Erinnerungen an die Brandkatastrophe im Raxgebiet vor fünf Jahren. Im WZ-Interview blickt Feuerwehrkommandant Thomas Rauch auf die dramatischen Tage im Herbst 2021 zurück.
https://www.wienerzeitung.at/a/waldbraende-das-groesste-problem-ist-die-nacht (Öffnet in neuem Fenster)
270 Frauen haben uns erzählt, was sie in der Fahrschule erlebt haben
Niemand weiß, wie viele sexuelle Übergriffe es in Fahrstunden gibt. Die Daten fehlen einfach. Eine Umfrage in der KR-Community zeigt, wie schwer es ist, sich zu wehren.
https://krautreporter.de/geschlecht-und-gerechtigkeit/6506-270-frauen-haben-uns-erzahlt-was-sie-in-der-fahrschule-erlebt-haben#lesen (Öffnet in neuem Fenster)
So schamlos bereichert sich Donald Trump
Als US-Präsident Donald Trump auf mögliche Interessenkonflikte angesprochen wurde, antwortete er knapp: „Ich habe gemerkt, dass das eh niemanden interessiert.“
Seither geht der US-Präsident offensiver denn je vor. Ein besonders eindrückliches Beispiel ist sein Verhältnis zur Kryptobranche. Noch 2021 bezeichnete Trump Bitcoin als „Betrug“. Wenig später unterstützte die Branche seinen Wahlkampf mit hohen Spenden, die Regierung lockerte die Regulierung, und Trumps Familie stieg selbst ins Geschäft ein.
Heute zählen Kryptowährungen zu den lukrativsten Einnahmequellen des Präsidenten. Der Spiegel-Podcast “Firewall” hat eine Recherche über die Geschäfte der Trumps gemacht. Seither dazugekommen: Die 100.000-Dollar-Paywall, um Postings von Trump früher zu sehen .
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/donald-trump-und-korruption-wie-sich-der-us-praesident-bereichert-podcast-firewall-a-ee43b54c-8e36-4211-a054-4b5482dfc5a6 (Öffnet in neuem Fenster)War heute schon auf einen Berg: Markus

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