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Europas Kopf und Herz wurden schwer beschädigt

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Eigentlich wollte ich heute über Rom schreiben: Über eine Stadt, die auf die Hitzewelle nicht mit Panik, sondern mit einem einfachen Angebot reagiert. Kinos, Bibliotheken und Kulturstätten öffnen ihre klimatisierten Räume kostenlos – als Schutz vor der Hitze und als Einladung zur Teilhabe.

Aber es gibt da ein großes Problem:  „Der extremen Rechten ist es gelungen, Europas Kopf und Herz schwer zu beschädigen“, kommentierte der Jurist Oliver Scheiber treffend die politischen Reaktionen auf die Ceuta-Krise auf Bluesky. Während Menschen starben, blieben sogar Angebote für Hilfe aus. Stattdessen dominierten vielerorts gegenseitige Schuldzuweisungen, Abschottungsrhetorik und die politische Inszenierung von Angst.

https://bsky.app/profile/oliverscheiber.eu/post/3mrxtwzrq6c2j (Öffnet in neuem Fenster)

Besonders deutlich zeigte sich dies in Österreich: „Kein einziger Migrant aus Spanien wird nach Österreich gelangen!“, schrieb Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) auf Instagram. Die Botschaft war eindeutig – die Grenze als politisches Symbol. Nur: Zu diesem Zeitpunkt war die Lage in Ceuta bereits weitgehend unter Kontrolle, Spanien hatte die akute Krise nahezu bewältigt.

Statt europäischer Solidarität prägten vor allem Reflexe und innenpolitische Botschaften die Reaktionen.

Themenwechsel: Heute gab es neue Zahlen. Die schwache Konjunktur treibt die Arbeitslosigkeit in Österreich weiter an: Ende Juli 2026 waren 364.200 Menschen beim AMS arbeitslos gemeldet oder in Schulung – 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Während die Zahl der Männer s

Ansonsten geht es heute um Ceuta, Datenklau in Lichtenstein und um Waldbrände

Mindestens 72 Menschen sind vor Ceuta gestorben

Mindestens 72 tote Menschen haben Einsatzkräfte inzwischen geborgen, nachdem mehrere Zehntausend versucht hatten, schwimmend von Marokko aus in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen. In etlichen Medien ist von einem „Ansturm“ die Rede, von einem „Strom“ oder einer „Welle“ – öfter fällt auch das Wort „Invasion“. Warum diese Sprache problematisch ist, ordnete der stern (Öffnet in neuem Fenster) schon 2015 ein; zusammengefasst macht sie aus bedürftigen Menschen eine Naturkatastrophe.

Inzwischen sind nach Angaben der spanischen Regierung nahezu alle Ankömmlinge nach Marokko zurückgekehrt. Doch in der Europäischen Union ist eine Diskussion darüber entbrannt (Öffnet in neuem Fenster), wie viel Verantwortung Spaniens linker Ministerpräsident Pedro Sánchez trägt und welche Konsequenzen aus dem Vorfall zu ziehen sind. Der Tagesspiegel (Öffnet in neuem Fenster) berichtet über spanische Medien, laut denen die Regierung im Vorfeld Geheimdienstwarnungen „systematisch ignoriert“ habe. Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni setzte kurzerhand das Schengen-Abkommen mit Spanien aus. Druck bekommt Sánchez auch im eigenen Land: Die konservative Partido Popular (PP) wirft ihm eine verfehlte Ausländerpolitik vor. Der Regierungschef wiederum fühlt sich von anderen EU-Staaten im Stich gelassen und macht seinem Ärger darüber Luft. Details hat die Tagesschau (Öffnet in neuem Fenster).

Morgen befassen sich die EU-Innenminister*innen bei einer Dringlichkeitssitzung mit den „Entwicklungen in Ceuta“. 

Angriff auf Liechtensteins Geschäftsmodell

Liechtenstein kämpft mit den Folgen eines weitreichenden Cyberangriffs. Unbekannte Täter haben sich Zugang zum Register der wirtschaftlich Berechtigten verschafft und dabei rund 31.000 Datensätze kopiert. Betroffen sein könnten Gesellschaften, Stiftungen und Treuhandkonstruktionen – also jene Strukturen, die seit Jahrzehnten zum Geschäftsmodell des Finanzplatzes gehören, schreibt der ORF (Öffnet in neuem Fenster).

Wer hinter dem Angriff steckt, ist ebenso unklar wie die Frage, wessen Daten abgeflossen sind. Auch ein Bezug zu Österreich ist möglich.

Nach Angaben der Regierung erfolgte der Angriff in der Nacht zum 30. Juli. Mitarbeiter des Amts für Justiz bemerkten wenig später Unregelmäßigkeiten, das betroffene System wurde umgehend vom Netz genommen. Seit Samstagabend arbeitet ein Krisenstab unter Leitung von Regierungschefin Brigitte Haas und Justizminister Emanuel Schädler an der Aufklärung.

Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass Daten verändert oder gelöscht wurden. Lösegeldforderungen seien ebenfalls nicht eingegangen. Ob die gestohlenen Informationen bereits im Darknet kursieren, ist unbekannt.

Wenn der Pool zur Löschwasserreserve wird

Die anhaltende Trockenheit bringt Oberösterreichs Feuerwehren an ihre Grenzen. Weil Bäche versiegen und natürliche Wasserquellen fehlen, greifen Einsatzkräfte bei Waldbränden zunehmend auf private Pools und Schwimmteiche zurück. Allein im Juni und Juli wurden die Feuerwehren zu 1844 Brandeinsätzen gerufen, so der ORF (Öffnet in neuem Fenster).

In Tragwein im Bezirk Freistadt pumpte die Feuerwehr Wasser aus einem privaten Pool ab. Andere Möglichkeiten habe es in unmittelbarer Nähe kaum gegeben, berichtet der örtliche Feuerwehrkommandant. Solche improvisierten Lösungen werden häufiger. Ein Schwimmbecken mit 30.000 Litern Inhalt reicht bei einem größeren Waldbrand allerdings nur wenige Minuten.

Rechtlich ist die Lage eindeutig: Im Einsatzfall müssen Grundstückseigentümer die Entnahme von Löschwasser dulden. Dennoch bleiben die Herausforderungen groß. Viele Bäche führen zu wenig Wasser, um als Versorgungsquelle zu dienen. Deshalb springen oft Landwirte ein und transportieren Wasser mit Vakuumfässern zu den Einsatzorten.

Die zunehmende Trockenheit verändert damit auch die Arbeit der Feuerwehren. Wo früher Hydranten und Bäche ausreichten, werden heute private Gärten zu einem Teil der Einsatzstrategie.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

„Internet, wie man es nur aus Russland, China und dem Iran kennt“

Ein politisches Vorhaben, das ursprünglich Kinder schützen sollte, entwickelt sich zu einem weitreichenden Eingriff in die digitale Öffentlichkeit: Wer künftig Videos auf Plattformen wie Instagram, YouTube oder Pornhub ansehen will, soll sein Alter nachweisen müssen. Aus der Debatte über Social-Media-Verbote für Minderjährige ist binnen kurzer Zeit die Forderung nach einer umfassenden Ausweispflicht für große Teile des Internets geworden. Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler warnen vor den Folgen – und sehen Datenschutz, Anonymität und die freie Nutzung des Netzes in Gefahr, so das Profil.

https://www.profil.at/oesterreich/social-media-verbot-ein-internet-ohne-pornos-id-austria-proell-babler-epicenterworks/403179091 (Öffnet in neuem Fenster)

Wo das Ordnungsamt anstrengender ist als die AfD

Vor den Landtagswahlen reise ich durch Sachsen-Anhalt. Zweite Station: Ladekath, 66 Einwohner, eine leerstehende Feldsteinkirche und ein Plan, der zwanzig Jahre zu spät kommt.

https://krautreporter.de/politik-und-macht/6503-wo-das-ordnungsamt-anstrengender-ist-als-die-afd#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

Nastassja Kinski kämpfte 15 Jahre – nun verschwindet die umstrittene Filmszene 


Der Regisseur Wim Wenders zieht Konsequenzen aus einem jahrelangen Streit mit der Schauspielerin Nastassja Kinski: Eine umstrittene Szene aus seinem Film „Falsche Bewegung“ von 1975 wird künftig nicht mehr zu sehen sein. Die Sequenz zeigt die damals 13-jährige Kinski mit entblößtem Oberkörper. Seit rund 15 Jahren hatte die Schauspielerin gegen die weitere Verbreitung der Aufnahmen gekämpft.

Mit der Entscheidung endet zugleich der langjährige Konflikt zwischen beiden. Wenders erklärte (Öffnet in neuem Fenster), er habe die Szene “als Ausdruck meiner veränderten Sichtweise und aus Respekt gegenüber Nastassja Kinski” entfernt. In einer gemeinsamen Stellungnahme betonen beide Seiten, sie wollten erreichen, dass die Erinnerung an den Film nicht länger von der Auseinandersetzung geprägt werde. Zugleich solle die langjährige persönliche Verbundenheit wiederaufleben.

Kinskis Anwalt Christian Schertz bezeichnete die Einigung als wichtigen Erfolg für seine Mandantin. Erst vor Kurzem war zudem eine umstrittene “Tatort”-Folge aus dem Jahr 1977, in der Kinski mitwirkte, aus dem Netz entfernt worden.

https://wimwendersstiftung.de/ (Öffnet in neuem Fenster)

Testet gleich eine Siesta:

Markus

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