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Wie der mutmaßliche Hipp-Erpresser gefasst wurde

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Vergangene Woche wurde ein 29-Jähriger von einem 18-jährigen in in Langenzersdorf getötet. Ein Hassverbrechen, aufgrund der “homosexuellen Orientierung des Opfer”, heißt es seitens der Polizei. Heute am Abend findet eine Mahnwache in Wien statt, größere Demonstrationen als Reaktion gab es bisher nicht.

Die Homosexuelle Initiative Wien (HOSI) zeigte sich in einer Aussendung tief betroffen. „Die Bundesregierung muss den Nationalen Aktionsplan gegen Hate Crime endlich mit konkreten Inhalten füllen. Die Expertise der Zivilgesellschaft liegt längst auf dem Tisch. Was fehlt, ist der politische Wille zur Umsetzung“.

Es ist höchste Zeit.

Wie erwartete, zieht Nigel Farage zieht wieder ins britische Parlament ein. Der Brexit-Vorkämpfer gewann die Nachwahl klar – vor einem Spaßkandidaten mit Mülleimer auf dem Kopf.

Ansonsten geht es heute um den Sudan, Uganda und wie der mutmaßliche Hipp-Erpresser gefasst wurde

Angst vor neuem Massaker im Sudan

Im Sudan wächst die Sorge vor einem weiteren Massaker, schreibt der ORF (Öffnet in neuem Fenster). Die paramilitärische RSF (Rapid Support Forces) versucht seit Wochen, die strategisch wichtige Stadt al-Obeid in Nordkordofan unter ihre Kontrolle zu bringen. Am Mittwoch griffen Drohnen die Stadt an. Zwei Menschen wurden nach Angaben von Medizinern getötet, weitere verletzt.

Der Bürgerkrieg zwischen der Armee von Machthaber Abdel Fattah al-Burhan und der RSF von Mohamed Hamdan Daglo dauert seit mehr als drei Jahren. Zehntausende Menschen wurden getötet, mehr als elf Millionen sind auf der Flucht. Während die Armee den Osten und das Zentrum kontrolliert, dominiert die RSF Darfur. Kordofan ist zum neuen Epizentrum des Krieges geworden.

In al-Obeid leben rund 500.000 Menschen, dazu kommen etwa 100.000 Vertriebene. Die Stadt steht seit 18 Monaten unter belagerungsähnlichen Bedingungen, die Versorgung mit Nahrung ist prekär.

Die Erinnerung an al-Faschir verschärft die Angst: Bei der Einnahme der Stadt durch die RSF wurden im vergangenen Herbst binnen drei Tagen mehr als 6000 Menschen getötet. Eine UN-Kommission sah Anzeichen für Völkermord. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk warnte deshalb vor einer „Katastrophe“ und forderte internationale Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung.

Flüchtlinge sollen nach Uganda

Österreich und vier weitere EU-Staaten verhandeln offenbar konkret mit afrikanischen Ländern über sogenannte Rückkehrzentren für abgelehnte Asylsuchende. Nach Informationen der griechischen Zeitung Kathimerini könnte Uganda ab 2027 bis zu 10.000 Menschen aufnehmen. Im Gespräch sind demnach vor allem erwachsene Männer. Kinder sollen nicht in die Zentren gebracht werden.

Auch mit Ruanda laufen offenbar Gespräche. Die Regierung in Kigali bestätigte gegenüber dem EU Observer, dass über ein “Notfallprotokoll” für die Aufnahme abgelehnter Flüchtlinge aus Europa gesprochen werde. Ein Abkommen gebe es bislang nicht.

Österreich hält sich bedeckt, schreibt der STANDARD (Öffnet in neuem Fenster). Das Innenministerium verweist auf vereinbartes Stillschweigen, bestätigt aber, dass Wien seit 2023 an den Plänen für solche Rückkehrzentren beteiligt ist.

Die EU hatte im Juni den rechtlichen Weg für sogenannte Return Hubs in Drittstaaten freigemacht. Migrationsforscherin Judith Kohlenberger bezweifelt allerdings einen Abschreckungseffekt. Zugleich warnt sie vor einer politischen Abhängigkeit Europas von den Ländern, die bereit sind, abgelehnte Asylsuchende aufzunehmen. In Afrika stoßen die Pläne zudem auf Kritik – unter anderem als neokoloniale Auslagerung europäischer Probleme.

Wie der mutmaßliche Hipp-Erpresser gefasst wurde

Nach SPIEGEL-Informationen (Öffnet in neuem Fenster)steht die Aufklärung der Erpressung des Babynahrungsherstellers Hipp vor dem Abschluss. Im Zentrum steht ein 39-jähriger Slowake, der die Vorwürfe bestreitet. Er soll mit Rattengift versetzte Babynahrung in mehreren Ländern - darunter Österreich - platziert und von Hipp zwei Millionen Euro in Kryptowährung gefordert haben.

Die Ermittler fanden bei einer Hausdurchsuchung Rattengift jener Sorte, die auch in den Gläsern nachgewiesen wurde. Zudem war der Mann früher bei Hipp beschäftigt und wurde kurz vor der Erpressermail entlassen. Die Mail ging unmittelbar vor einem geplanten Trennungsgespräch ein.

Eine zentrale Rolle bei der Aufklärung spielte offenbar Österreichs ehemaliger Staatsschutzchef Omar Haijawi-Pirchner. Über seine 2026 gegründete Beratungsfirma lieferte er Hipp Erkenntnisse zu Handynummern, Sprachanalysen und Aufenthaltsorten des Verdächtigen. Wenige Tage später wurde der Mann festgenommen.

Ob Anklage erhoben wird, ist offen. Fünf kontaminierte Gläser wurden gefunden, ein sechstes fehlt. Für den Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Gewaltopfer Alina, 22: "Ich bin froh, dass ich überlebt habe"

50 Mal stach ihr Ex-Freund auf Alina ein und ließ die damals 16-Jährige schwer verletzt zurück. Sie überlebte nur knapp. Der Täter war bereits zuvor massiv gewalttätig gewesen. Trotzdem verhängte die Polizei 2019 kein Betretungs- oder Annäherungsverbot.

Alinas Anwältin Sonja Aziz klagte die Republik. Nun stellte der Oberste Gerichtshof fest: Die Polizei hatte nicht alle gebotenen Maßnahmen ergriffen, um die Bluttat zu verhindern.

Sechs Jahre später spricht Alina im Dunkelkammer Podcast über ihren Weg zurück ins Leben, die sichtbaren und unsichtbaren Narben – und den Versuch, mit der Vergangenheit abzuschließen. Begleitet wird sie von Cansel Demirdelen vom Gewaltschutzzentrum Wien, die sie seit Jahren betreut.

https://dunkelkammer.simplecast.com/episodes/359-gewaltopfer-alina-22-ich-bin-froh-dass-ich-uberlebt-habe (Öffnet in neuem Fenster)

Das wollen die Parteien in Sachsen-Anhalt in der Bildungspolitik verändern

Handyverbot? Kostenlose Kitas? Förderschulen oder Inklusion? Die Wahlprogramme der Parteien gehen zum Teil weit auseinander – ähneln sich aber in manchen Punkten erstaunlich.

https://krautreporter.de/kinder-und-bildung/6516-das-wollen-die-parteien-in-sachsen-anhalt-in-der-bildungspolitik-verandern#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

Studie: Manosphäre nicht (nur) Bewegung, sondern auch Millionen-Industrie

Eine neue Studie beschreibt die Manosphäre als ein Geschäft, das die männliche Psychologie als Absatzmarkt erkannt hat. Der STANDARD hat das Thema aufgegriffen.

https://www.derstandard.at/story/3000000335155/studie-manosphaere-nicht-nur-bewegung-sondern-auch-millionen-industrie (Öffnet in neuem Fenster)

Wünscht schönes Wochenende:

Markus

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