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Bundesheer sucht verdächtige Russen

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Ich hoffe, Du hast es nicht verpasst. Erst verdunkelte der Mond die Sonne, dann zeigte sich der Himmel von seiner spektakulären Seite: Am Mittwochabend konnten Millionen Menschen weltweit eine Sonnenfinsternis beobachten – zumindest teilweise. Wenige Stunden später folgte das nächste Naturschauspiel: Der Sternschnuppenstrom der Perseiden zog über den Nachthimmel. 

Themenwechsel: Das Verteidigungsministerium in Wien  hat sich zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen. In einer Mail an alle Soldaten sucht es nach Hinweisen auf 21 mutmaßliche russische Agenten, die als Diplomaten getarnt spioniert haben sollen.  „Sollte Ihnen eine oder mehrere dieser Personen bekannt sein oder mit Ihnen Kontakt aufgenommen haben, werden Sie ersucht, dies über die Meldestelle Spionage als Beitrag zur Spionageabwehr dem Abwehramt mitzuteilen“, heißt es. Dazu Portraits und Namen der mutmaßlichen Spione, schreibt die Krone (Öffnet in neuem Fenster).

Schon am Anfang der Woche hatte die deutsche BILD (Öffnet in neuem Fenster) darüber geschrieben - Basis war eine Recherche eines  russisches Oppositionsmediums. 

Ansonsten geht es heute um Ceuta, “Count Binface” und Kritik an niedriger Einbürgerungsrate

Ceuta, reloaded?  

Marokko hat nach eigenen Angaben mehrere Menschen festgenommen, die zu neuen Massenüberquerungen der Grenze in die spanische Exklave Ceuta aufgerufen haben sollen, berichtet der ORF (Öffnet in neuem Fenster). Seit Tagen kursieren in sozialen Netzwerken Aufrufe, am Samstag von der marokkanischen Stadt Fnideq nach Ceuta zu marschieren und die Grenze schwimmend zu überwinden, schreibt Correctiv (Öffnet in neuem Fenster). Ein arabischsprachiger Facebook-Post fragt: “Seid ihr bereit?”. Die Aufrufe sind gefährlich. Ende Juli ertranken mehr als 100 Menschen beim Versuch, Ceuta zu erreichen.

Seither steht die Frage im Raum, ob Migranten gezielt instrumentalisiert werden. Der Begriff “Migration als Waffe” verweist auf das Vorgehen des Lukaschenko-Regimes an der polnisch-belarussischen Grenze 2021. Belege für eine vergleichbare staatliche Steuerung im Fall Ceuta gibt es bislang nicht.

Klar ist: Die Bilder werden instrumentalisiert und sollen Ängste schüren. Doch hinter der Debatte stehen Menschenleben. An der Küste von Ceuta fehlte es an Wasser, Nahrung und Hilfe.

Nigel Farage vs. “Count Binface”

Nigel Farage, der einstige Brexit-Vorkämpfer, will an diesem Donnerstag mit einer Nachwahl in Clacton zurück ins britische Unterhaus. Den Sitz hatte der Rechtspopulist nach Enthüllungen über fragwürdige Geldgeschenke im Wahlkampf 2024 aufgegeben. Kritiker warfen ihm vor, damit eine Untersuchung und mögliche Sanktionen abwenden zu wollen.

Farage, Chef der in Umfragen führenden Reform UK, wollte die Nachwahl zum politischen Triumph und Beleg seiner Unschuld machen. Doch die großen Parteien treten nicht an. Sein prominentester Gegner ist deshalb eine Kunstfigur: “Count Binface” – ein Mann mit Mülleimer auf dem Kopf.

Hinter der Maske steckt der Londoner Komiker Jon Harvey. Seine Forderungen: den Videobeweis im Fußball abschaffen, Adele verstaatlichen und Wasser-Manager in verschmutzten Flüssen baden lassen. Farage dürfte haushoch gewinnen. Doch ausgerechnet ein Mülleimer setzt die Messlatte – und macht aus dem erwarteten Triumph eine ziemlich absurde Angelegenheit.

SOS Mitmensch kritisiert niedrige Einbürgerungsrate

In Wien haben im ersten Halbjahr 3.333 Menschen die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten. Das sind 60,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Österreichweit stieg die Zahl der Einbürgerungen um knapp 23 Prozent. Die meisten neuen Staatsbürger in Wien hatten zuvor die syrische Staatsbürgerschaft, gefolgt von Afghanistan, der Türkei und dem Iran.

Die MA 35 konnte heuer fast 3.000 Verfahren mehr abschließen als im ersten Halbjahr 2025. Der Anstieg hängt laut Behördenchefin Nicole del Carmen Garfias auch mit jenen Menschen zusammen, die 2015 – etwa aus Syrien – nach Österreich kamen und inzwischen die nötige Aufenthaltsdauer erfüllen.

Ein Problem bleibt die Dauer der Verfahren: Statt der gesetzlich vorgesehenen sechs Monate wartet man in Wien derzeit im Schnitt 322 Tage.

SOS Mitmensch kritisiert (Öffnet in neuem Fenster)zugleich die weiterhin niedrige Einbürgerungsrate. Sie liegt in Wien bei 0,9 Prozent. Für Sprecher Alexander Pollak bedeutet das: Viele Menschen leben dauerhaft in Wien, dürfen aber politisch nicht mitbestimmen.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Karte zeigt Hitzebelastung in Österreich

Die Hitzebelastung in Österreich nimmt deutlich zu – und breitet sich zunehmend auch in den Westen aus. Das zeigen aktualisierte Daten des Complexity Science Hub (CSH), die ORF hat. 

Während 2018 rund ein Viertel der österreichischen Gemeinden einer hohen oder sehr hohen Hitzebelastung ausgesetzt war, traf das im ersten Halbjahr 2026 bereits auf mehr als die Hälfte zu.

Besonders der Osten Österreichs ist traditionell von Hitze und Dürre betroffen. Doch inzwischen geraten auch Gemeinden im Westen stärker unter Druck. Die Entwicklung zeigt, dass extreme Hitze längst kein ausschließliches Problem der östlichen Landesteile mehr ist.

https://orf.at/stories/3438949/ (Öffnet in neuem Fenster)

So verändert sich das Gehirn von Männern, wenn sie Väter werden

Väterhirne schrumpfen und der Testosteronspiegel sinkt – trotzdem leben sie gesünder als vorher, sagt die Psychologin Darby Saxbe.

https://krautreporter.de/geschlecht-und-gerechtigkeit/6514-so-verandert-sich-das-gehirn-von-mannern-wenn-sie-vater-werden#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

Wegen Böhmermann-Streit:  Haftbefehl gegen AfD-Krah

Gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten Maximilian Krah ist einem Medienbericht zufolge ein Haftbefehl erlassen worden. Hintergrund ist ein verlorener Rechtsstreit mit ZDF-Satiriker Jan Böhmermann.

Krah hatte Böhmermann verklagt, weil dieser in seinem Podcast eine Zuschrift über angeblich 200 bestellte Champagnerflaschen auf dem Oktoberfest vorgelesen hatte. Das Gericht wies die Klage ab. Böhmermann hatte später klargestellt, dass es sich um rund 50 Flaschen gehandelt habe.

Krah soll die Prozesskosten nicht vollständig bezahlt haben. Laut Spiegel sind noch 296,26 Euro offen.

https://kurier.at/politik/ausland/haftbefehl-afd-politiker-maximilian-krah-wegen-boehmermann/403183370 (Öffnet in neuem Fenster)

Ruft heute noch russische Spione an: Markus

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