Zum Hauptinhalt springen

Freimaurer Leaks

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Deadlines sind ein Graus. Das zeigt sich auch daran, was im freitägigen Newsletter fehlte: der Freispruch für Klaus Luger, den ehemaligen Bürgermeister von Linz. Statt über das bereits gefallene Urteil zu berichten, stand dort lediglich die Ankündigung, dass ein Urteil bevorstehe.

Wer wissen möchte, wie der Prozess ausging, muss daher einen Blick zum ORF (Öffnet in neuem Fenster) werfen. Dort gibt es mehr zum Freispruch.

Themenwechsel. Es besteht die Gefahr eines Krieges, die meienr Meinung gerade wenig Beachtung findet.

Israel hat vergangene Woche in Syrien einen Flughafen bombardiert, um offenbar eine mögliche türkische Militärpräsenz zu verhindern. Laut „Jerusalem Post (Öffnet in neuem Fenster)“ plante Ankara dort bemannte Radar- und Luftabwehranlagen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ließ der Türkei demnach ausrichten, dass Israel keinen türkischen Stützpunkt in Syrien dulden werde.

Damaskus und Ankara verurteilten den Angriff als Verletzung der syrischen Souveränität und bestritten eine türkische Militärpräsenz am Flughafen. Die ohnehin angespannte Beziehung zwischen Israel und der Türkei hat sich seit Beginn des Gazakriegs weiter verschärft. Auch, dass Israel Kurd*innen im Iran und Irak unterstützt ist der Türkei ein Dorn im Auge. Die Lage ist ernst.

Ein Experte warnt in der Presse (Öffnet in neuem Fenster): Ohne direkte Abstimmung zwischen den beiden Regionalmächten könnten weitere Kämpfe unausweichlich werden. Immerhin führen Syrien und Israel heute (unter US-Vermittlung) hochrangige Gespräche in Jordanien, um die Spannungen zu entschärfen.

Ansonsten geht es heute um VW, die Ukraine und das am Freitag beschlossene Klimagesetz.

VW-Chef spricht von “Megakrise”

Volkswagen steht nach den Worten von Konzernchef Oliver Blume vor einer „Megakrise“. Geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren, schwache Märkte und der wachsende Wettbewerb setzten den Autobauer massiv unter Druck. Die Lage sei „mehr als kritisch“, sagte Blume der “Bild am Sonntag (Öffnet in neuem Fenster)” und rief die Belegschaft zum Zusammenhalt auf.

In den kommenden Tagen sind neun außerordentliche Betriebsversammlungen geplant. Der Betriebsrat verlangt Klarheit über mögliche Werksschließungen und Stellenabbau. Die Kommunikation des Vorstands sei „desaströs“, Beschäftigte und ihre Familien seien verunsichert.

Im Raum stehen bis zu 50.000 gefährdete Stellen. Blume betont allerdings, dies sei keine fixe Zielgröße. Entscheidungen über die Zukunft der Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm seien noch nicht gefallen. VW müsse jedoch schneller und effizienter werden.

Der Konzern erzielte zuletzt eine Rendite von 3,8 Prozent. Das reiche nicht aus, um Investitionen in neue Technologien und Standorte dauerhaft zu finanzieren, so Blume.

Die Krise trifft die gesamte deutsche Autoindustrie. Im ersten Halbjahr waren dort noch 691.500 Menschen beschäftigt – so wenige wie seit 2005 nicht. Auch Porsche, BMW und Mercedes bauen Stellen ab. Experten erwarten keine schnelle Trendwende: „Beim Thema Jobs gibt es keinerlei Entwarnung.“

Europäische Solidaritätsbesuche in Kiew

Zum 35. Jahrestag der ukrainischen Unabhängigkeit demonstrieren westliche Verbündete in Kiew Geschlossenheit. EU-Ratspräsident Antonio Costa und weitere Staats- und Regierungschefs werden am Montag erwartet. Geplant ist zudem eine Videoschaltung der „Koalition der Willigen“ über weitere Militärhilfe, Sanktionen und Sicherheitsgarantien, so der ORF (Öffnet in neuem Fenster).

Die Unterstützung kommt in einer kritischen Phase. Russland hat seine Angriffe zuletzt verstärkt, der Ukraine fehlt es vor allem an Flugabwehrraketen. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen forderte deshalb mehr Patriot-Systeme. Ohne zusätzliche Hilfe drohe der Ukraine ein besonders harter Winter, warnte sie.

Norwegen sagte Kiew für das kommende Jahr rund neun Milliarden Dollar Unterstützung zu. Großbritannien kündigte zudem Hilfe bei der Produktion von Langstreckenraketen in der Ukraine an. Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert weitere Waffen und drängt die EU, geplante Kreditzahlungen vorzuziehen. Seiner Armee fehlten 27 Milliarden Dollar.

Auch innenpolitisch wächst der Druck. Nach der Entlassung des Verteidigungsministers werden Rufe nach Neuwahlen laut. Selenskyj lehnt dies während des Krieges ab und warnt vor einer Spaltung des Landes. Zugleich fordert Kiew neue EU-Sanktionen gegen Russland, um dessen Raketenproduktion zu bremsen.

Kritik am Klimagesetz

Die Regierung hat am Freitag neben Dürrehilfen auch ein Klimagesetz auf den Weg gebracht. Kernpunkt: Österreich soll bis 2040 klimaneutral werden. Der dafür nötige Klimafahrplan soll allerdings erst Ende 2027 beschlossen werden. Das sorgt für Kritik von FPÖ und Grünen.

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) verteidigt den Klimaschutz-Kompromiss der Koalition. Im Ö1-Morgenjournal (Öffnet in neuem Fenster)sprach er von einer „guten“ Einigung. Das Gesetz schreibt Klimaneutralität Österreichs bis 2040 fest. Die schwierige Arbeit beginnt damit allerdings erst: Welche konkreten Maßnahmen daraus folgen, dürfte innerhalb der Regierung noch für Konflikte sorgen.

Die FPÖ wirft SPÖ und ÖVP widersprüchliche Positionen vor. Während die SPÖ die Klimaneutralität 2040 feiere, spreche die ÖVP von einer rechtlich verbindlichen Emissionsreduktion um 90 Prozent. „Wenn eine Regierung nicht einmal eine Stunde lang eine gemeinsame Linie zusammenbringt, ist das ein Offenbarungseid“, kritisierten Thomas Spalt und Paul Hammerl.

Auch die Grünen monieren fehlende Konsequenzen. Sigrid Maurer warnte, wer schon jetzt ein Klimaziel ohne Sanktionen ankündige, vermittle den Eindruck, die Regierung nehme es nicht ernst.

Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) verteidigt den Zeitplan. Der Fahrplan müsse Maßnahmen, Zuständigkeiten und einen Zeitplan festlegen – das „braucht seine Zeit“. NEOS sprechen von einem Meilenstein und kündigen einen Korrekturmechanismus an. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer betont derweil Planungssicherheit für Betriebe.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Freimaurer Leaks

Freimaurer und ihre Logen gehören eigentlich nicht zu meiner Welt. Trotzdem hat mich zuletzt veröffentlichte „Dunkelkammer“-Podcast positiv überrascht. Er gibt einen ungewöhnlich anschaulichen Einblick in eine verschlossene Welt – und stellt zugleich das Buch „Unter Brüdern – Die Freimaurer-Leaks“ vor, das im Herbst erscheint.

Der Autor war 15 Jahre Mitglied einer Salzburger Loge. Dann geriet er in ein kafkaeskes „Freimaurer-Gerichtsverfahren“ und verließ den Männerbund schließlich. Der Podcast erzählt, wie es dazu kam – und wie ein System funktioniert, das Außenstehenden weitgehend verborgen bleibt.

https://dunkelkammer.simplecast.com/episodes/362-die-freimaurer-leaks-unter-brudern-mit-peter-gnaiger (Öffnet in neuem Fenster)

Interview: „Dass man das Schulsystem ganz neu denken muss, ist Unsinn“

13 Jahre lang war Ties Rabe für Hamburgs Schulen zuständig. In dieser Zeit rückte die Stadt beim Lesen von Platz 14 auf die vorderen Plätze. Was hat er anders gemacht als der Rest der Republik?

https://krautreporter.de/kinder-und-bildung/6522-dass-man-das-schulsystem-ganz-neu-denken-muss-ist-unsinn#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

Afghanistan: Sie schikanieren Ärztinnen

Am 15. August 2021 eroberten die Taliban Kabul und übernahmen erneut die Macht in Afghanistan. Seither haben sie Frauen systematisch ihrer Rechte beraubt: Sie dürfen nicht mehr frei arbeiten und studieren, sich ohne männliche Begleitung bewegen oder sich öffentlich äußern - oder lachen.

Fünf Jahre nach der Rückkehr der Taliban sind medizinischen Fachkräfte eine der letzten Verbindungen afghanischer Frauen zur Außenwelt.

Seit 2021 haben rund 80 Prozent der berufstätigen Frauen ihre Arbeit verloren. Mädchen und Frauen sind vom Zugang zu Bildung weitgehend ausgeschlossen, ihre Stimme soll im öffentlichen Raum nicht mehr zu hören sein. Doch ausgerechnet im Gesundheitswesen können die Taliban nicht vollständig auf sie verzichten: In Afghanistan sollen Frauen nur von Frauen behandelt werden.

Deshalb dürfen Pflegekräfte unter strengen Auflagen weiterarbeiten – überwacht, eingeschränkt und jederzeit abhängig vom nächsten Erlass des Regimes.

ARTE hat in Kabul jene Frauen getroffen, die ihren Beruf noch ausüben dürfen. Sie berichten von Depressionen, Selbstmorden, Zwangsheiraten Minderjähriger und einer steigenden Müttersterblichkeit. Sie helfen, wo sie können – in einem Land, in dem ihre eigene Zukunft längst unter Vorbehalt steht.

https://www.arte.tv/de/videos/131819-000-A/afghanistan-sie-schikanieren-aerztinnen/ (Öffnet in neuem Fenster)

Wünscht eine schöne Woche:

Markus

verm: Wenn dir dieser Newsletter gefällt und du uns unterstützen möchtest, kannst du das in nur zehn Sekunden tun. Empfiehl tag eins (Öffnet in neuem Fenster) deinen Freund*innen und Bekannten weiter, das hilft uns sehr. Danke!

0 Kommentare

Möchtest du den ersten Kommentar schreiben?
Werde Mitglied von tag eins und starte die Unterhaltung.
Mitglied werden