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“Bei uns verlässt kein Kind mehr die Schule, ohne lesen zu können”

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Die ÖVP setzt wieder einmal auf den „politischen Islam“ als neues Reizthema. Sie will ihn verbieten – was genau darunter fallen soll, bleibt allerdings im gestrigen ORF-Sommergespräch (mehr dazu im Nachrichtenteil) ebenso offen wie die Frage, warum die bestehenden Gesetze dafür nicht ausreichen. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) setzt allerdings damit ein Thema, das Boulevardmedien und FPÖ dankbar aufnehmen. Auch SPÖ und NEOS zeigen sich offen für eine Debatte über ein Verbot. Nur worüber genau, ist bislang nicht geklärt.

Die wirtschaftlichen Probleme sind da deutlich konkreter: Die Inflation zieht wieder an. Laut Schnellschätzung der Statistik Austria stieg die Teuerungsrate im August auf 3,2 Prozent – nach 2,8 Prozent im Juli. Vor allem höhere Preise für Treibstoff und Heizöl treiben die Inflation nach oben.

Auch am Arbeitsmarkt verschärft sich die Lage. Ende August waren 375.730 Menschen beim AMS arbeitslos oder in Schulung gemeldet, um 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Auffällig ist dabei die unterschiedliche Entwicklung nach Geschlecht: Während die Arbeitslosigkeit bei Männern um 0,8 Prozent zurückging, stieg jene der Frauen erneut deutlich – um 5,8 Prozent.
Darüber sollte geredet werden.

Heute wurde auch bekannt, dass der Wiener FPÖ-Politiker Leo Lugner der NS-Wiederbetätigung von der Staatsanwaltschaft beschuldigt wird. SPÖ und Grüne fordern seinen Rücktritt. Mehr hat der STANDARD (Öffnet in neuem Fenster).

Ansonsten geht es heute um Aussagen des Bundeskanzlers, ein gelöstes Verbrechen und Russlands G20-Comeback.

Stockers Zukunftsfonds wirft Fragen auf

Im ORF-„Sommergespräch“ (Öffnet in neuem Fenster) wollte Bundeskanzler Christian Stocker mit einem Zukunftsdepot für Kinder und einem geplanten Verbot des „politischen Islam“ punkten. Bei seinen Rechenbeispielen zur privaten Vorsorge stößt er allerdings auf erhebliche Zweifel, wie der STANDARD (Öffnet in neuem Fenster) schreibt.

Stocker schlägt vor, dass Eltern bis zu 5.000 Euro jährlich für ihre Kinder steuerbegünstigt anlegen können. Bei 50 Euro monatlich sollen nach 18 Jahren rund 21.000 Euro zur Verfügung stehen. Politikwissenschafter Peter Filzmaier, der das Gespräch in der ZiB2 analysierte, kommt auf eine deutlich niedrigere Summe: 10.800 Euro – ohne entsprechende Rendite. Um Stockers Ergebnis zu erreichen, wären laut Filzmaier sechs bis sieben Prozent jährliche Verzinsung nötig.

Auch beim geplanten Vorgehen gegen den „politischen Islam“ bleiben Fragen offen. Stocker will den Begriff verfassungsrechtlich verankern und spricht von einer Grenze dort, wo die demokratische und gesellschaftliche Ordnung „aus dem Islam“ infrage gestellt würden. Verfassungsjuristen bezweifeln, dass sich das juristisch eindeutig definieren lässt.

Gleichzeitig attackierte Stocker die FPÖ wegen ihrer Nähe zu den Identitären. Er sprach von einer „Schande für Österreich“ und nahm FPÖ-Chef Herbert Kickl in die Verantwortung.

Im Gespräch musste Stocker zudem erneut seine umstrittene Aussage über Kinderbetreuung erklären. Er bedauerte die Äußerung und sagte, er verstehe die darauf folgende Empörung.

Ex-Gangmitglied wegen Mordes an Tupac schuldig gesprochen

Fast drei Jahrzehnte nach dem Mord an dem Musiker Tupac Shakur hat eine Jury in Las Vegas den früheren Gang-Anführer Duane Davis schuldig gesprochen. Der heute 63-Jährige soll den Mord an dem Rapper 1996 in Auftrag gegeben haben. Das Strafmaß wird später verkündet. Shakur war am 7. September 1996 in Las Vegas erschossen worden. Er wurde nur 25 Jahre alt. Der Mord galt als eines der bekanntesten ungelösten Verbrechen der USA.

Auslöser soll eine Auseinandersetzung wenige Stunden zuvor gewesen sein. Shakur hatte gemeinsam mit dem Plattenchef Marion „Suge“ Knight den Neffen von Davis in einem Casino zusammengeschlagen. Kurz darauf tauchte ein weißer Cadillac neben Shakurs Wagen auf. Aus dem Auto fielen Schüsse. Die Ermittlungen verliefen jahrzehntelang im Sand.

Erst Davis’ Memoiren von 2019 brachten Bewegung in den Fall. Darin schilderte er, am Tatabend im Cadillac gesessen und den Männern auf der Rückbank eine Pistole gegeben zu haben. Wer schoss, ließ er offen. 2023 wurde Davis festgenommen. Im Prozess bestritt er seine früheren Angaben. Seine Verteidigung bezeichnete sie als „Fiktion und Lügen“. Die Staatsanwaltschaft sah darin dagegen ein faktisches Geständnis. Die Jury folgte dieser Darstellung.

Russland nimmt wieder an G20-Treffen teil

Jedes Jahr treffen sich Vertreter:innen der sogenannten G20-Staaten (Öffnet in neuem Fenster), um globale Wirtschaftsthemen zu besprechen. Der Vorsitz für den Gipfel rotiert, dieses Jahr liegt er bei den Vereinigten Staaten. Persönlich eingeladen war das erste Mal seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine ein Kreml-Vertreter: Mit am Tisch saß der russische Finanzminister Anton Siluanow. Die europäischen Mitgliedstaaten äußerten scharfe Kritik. Vom Weißen Haus hieß es zu der Einladung, es gehe darum, „das endlose Blutvergießen“ zu beenden und dafür scheue Präsident Donald Trump sich „niemals, mit den Leuten zu sprechen, mit denen wir sprechen müssen, um dies voranzubringen“. Der deutsche Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) verweigerte sich an der Seite anderer Vertreter:innen einem gemeinsamen Foto, wie unter anderem der stern (Öffnet in neuem Fenster) und der Deutschlandfunk (Öffnet in neuem Fenster) berichten.

Ebenfalls für Kritik sorgte der Ausschluss einzelner Reporter:innen großer US-Leitmedien: Teils bekamen New York Times, Wall Street Journal und Bloomberg keine Presse-Akkreditierung für die Berichterstattung vom Tagungsort. Die Deutsche Welle (Öffnet in neuem Fenster) zitiert Bloomberg mit den Worten, dies untergrabe „die Medienfreiheit und die öffentliche Rechenschaftspflicht“. Aus Delegationskreisen hieß es dazu laut Tagesschau (Öffnet in neuem Fenster), das deutsche Finanzministerium habe sich für die Betroffenen eingesetzt. Der Berliner Korrespondent der New York Times habe schließlich eine Akkreditierung bekommen, aber nicht für alle seien die Bemühungen erfolgreich gewesen.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Was hat der „Hot Girl Summer“ mit Rechtsextremismus zu tun?

In den sozialen Medien bekommt man in linker Ästhetik häppchenweise rechtsextremes Gedankengut serviert. Dahinter steckt eine Strategie, schreibt Mario Pichler in der WZ.

https://www.wienerzeitung.at/a/die-identitaere-links-rechts-schwaeche (Öffnet in neuem Fenster)

„Bei uns verlässt kein Kind mehr die Schule, ohne lesen zu können“

Die wohl einfachste Idee, der Lesekrise entgegenzuwirken, kommt aus Hamburg: 20 Minuten lesen, jeden Tag, alle zusammen. Wir haben die Schule besucht, die sich das ausgedacht hat.

https://krautreporter.de/kinder-und-bildung/6529-bei-uns-verlasst-kein-kind-mehr-die-schule-ohne-lesen-zu-konnen#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

EU-Kommission stellt ChatGPT und Reddit unter strengere Beobachtung

Für ChatGPT, Reddit und Roblox gelten in der EU künftig strengere Regeln. Die drei Plattformen haben die entscheidende Schwelle bei den Nutzerzahlen überschritten und fallen damit unter zusätzliche Vorgaben des Digital Services Act (DSA). Die EU-Kommission verlangt unter anderem mehr Schutz für Kinder und Jugendliche sowie ein entschlosseneres Vorgehen gegen illegale Inhalte.

https://www.zeit.de/digital/2026-08/digital-services-act-eu-chatgpt-reddit-roblox-gxe (Öffnet in neuem Fenster)

Ich wollte was Gemeines über den (ex-)Bergführer schreiben, habe es aber gelassen: Markus

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