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Es ist ein Mythos, dass Trauer in Phasen verläuft

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Für Star-Trek Fans sind es gerade keine leichten Zeiten. Er verkörperte einen der bekanntesten Kapitäne der Science-Fiction-Geschichte und prägte als Professor Charles Xavier die „X-Men“-Filme: Der britische Schauspieler Patrick Stewart ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Wie aus einer am Donnerstag auf seinen Online-Accounts veröffentlichten Erklärung hervorgeht, starb Stewart am Mittwoch in seinem Haus in Los Angeles. Unter Fans und Weggefährten löste die Nachricht große Trauer aus.

Vor wenigen Tagen ist auch Walter Koenig verstorben, bekannt als Fähnrich Pavel Andreievich Chekov aus der ursprünglichen „Star Trek“-Fernsehserie.

Mir ist (ja, ist vermutlich seltsam) eingefallen, dass Patrick Stewart den “Facepalm (Öffnet in neuem Fenster)” populär gemacht hat. Eine Geste, die mich mittlerweile beinahne täglich begleitet. Etwa, als ich heute den Beitrag über die enormen Gewinne der Ölkonzerne schrieb.

Noch ein kurzes Update: Drei Tage nach der Parlamentswahl ist klar: Israels Regierungsblock um Benjamin Netanjahu hat die Wahl mit 53 von 120 Sitzen gewonnen, die Mehrheit von 61 aber klar verfehlt. Das Oppositionslager kommt auf 48 Mandate. Für eine Regierungsbildung könnte es auf arabische Parteien mit 19 Sitzen angewiesen sein.

Heute wurde bekannt, dass Hacker 6,3 Milliarden Dollar in Digitalwährungen erbeuten haben (Öffnet in neuem Fenster). Experten sprechen von der bisher größten Hackerattacke auf die größte Börse für Digitalwährungen. Binance setzte nach dem Diebstahl von mehreren Milliarden Dollar Auszahlungen aus.

Ansonsten geht es heute um Gewinne der Ölkonzerne, das Social-Media-Verbot in Österreich und ein Einreiseverbot.

Ölkonzerne profitieren vom Iran-Krieg

Europas Ölkonzerne verzeichnen dank hoher Ölpreise infolge des Iran-Krieges und historisch hoher Raffineriemargen Milliardengewinne. Shell, TotalEnergies und Repsol meldeten für das dritte Quartal deutliche Zuwächse. Auch die österreichische OMV steigerte ihr operatives Ergebnis kräftig, meldet der ORF (Öffnet in neuem Fenster).

Bei der OMV stieg das um Lagereffekte bereinigte operative Ergebnis um 68 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Ausschlaggebend waren höhere Öl- und Gaspreise sowie bessere Raffineriemargen.

Der britische Konzern Shell verdoppelte seinen bereinigten Gewinn auf 10,8 Milliarden Dollar. TotalEnergies steigerte ihn um 127 Prozent auf 9,1 Milliarden Dollar. Repsol erhöhte den Gewinn von 574 Millionen auf 2,8 Milliarden Euro. Alle drei Unternehmen kündigten zudem Aktienrückkäufe an oder bestätigten entsprechende Pläne.

Die hohen Gewinne verschärfen die Debatte über eine Übergewinnsteuer. Greenpeace fordert, die Abgabe auszuweiten und auch das Tankstellengeschäft einzubeziehen. Mehrere EU-Finanzminister sprechen sich für eine europaweite Regelung aus. Die EU-Kommission verweist bislang auf die Möglichkeit nationaler Maßnahmen.

Bereits 2022 und 2023 mussten Energiekonzerne in der EU auf außergewöhnliche Gewinne eine Solidaritätsabgabe zahlen. Unternehmen klagten dagegen in mehreren Ländern. Ob die Regelung mit EU-Recht vereinbar ist, muss der Europäische Gerichtshof endgültig entscheiden.

EU bremst Social-Media-Verbot in Österreich

Österreichs geplantes Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige verzögert sich. Die EU-Kommission verlängerte die Stillhaltefrist für das Gesetz um ein Jahr. Damit könnte die Regelung frühestens Ende Juli 2027 in Kraft treten. Brüssel will mit dem geplanten EU-Kids-Act einen einheitlichen Rechtsrahmen schaffen und nationale Alleingänge verhindern. Italien, Frankreich und Griechenland können ihre Vorhaben hingegen weiterverfolgen.

Medienminister Andreas Babler (SPÖ) und Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) kritisierten die Entscheidung. Babler will das nationale Gesetzgebungsverfahren dennoch vorantreiben. Die NEOS begrüßten dagegen eine europäische Lösung.

Parallel dazu startete Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) einen Beteiligungsprozess zur psychischen Gesundheit junger Menschen. Bis Februar 2027 können 14- bis 25-Jährige über die Plattform YouthVOICE Vorschläge zum Umgang mit sozialen Medien einbringen. Ergebnisse sollen im Juni präsentiert werden.

Laut einer Analyse der Gesundheit Österreich GmbH hängt die Wirkung sozialer Medien nicht allein von der Nutzungsdauer ab. Während digitaler Austausch positive Effekte haben kann, gelten passiver Konsum negativer Inhalte und unrealistische Körperbilder als problematisch. Eine riskante Nutzung kann Depressionen, Schlafmangel und sozialen Rückzug begünstigen.

Frankreich verweigert Rechtsextremisten Sellner Einreise

Frankreich hat dem österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner nach dessen Angaben die Einreise verweigert. Er sei am Flughafen festgehalten worden und solle abgeschoben werden, schrieb der 37-Jährige auf X. In Paris wollte er sein Buch „Remigration“ vorstellen und eine Signierstunde geben. Linke Gruppen hatten Proteste angekündigt.

Die Entscheidung fällt in eine politisch aufgeheizte Phase, sechs Monate vor der französischen Präsidentenwahl. Erst vergangene Woche hatte ein Mann nahe Paris mit einer Maschinenpistole einen Menschen getötet und sieben weitere verletzt. Die meisten Opfer hatten einen Migrationshintergrund. Der mutmaßliche Täter räumte inzwischen rassistische Motive ein.

Auch eine für Freitag geplante rechtsextreme Konferenz zur „Remigration“ in einem Pariser Vorort wurde untersagt. Eine für Sonntag angekündigte Demonstration in Paris darf ebenfalls nicht stattfinden.

Der Präfekt begründete das Kongressverbot mit einer „fremdenfeindlichen und rassistischen Ideologie“. Diese stelle Migranten grundsätzlich als Bedrohung für die Zukunft Europas dar. Auch gegen den Kongress waren Proteste angekündigt worden.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Was verbindet christliche Nationalisten mit den Technofaschisten rund um Elon Musk und Peter Thiel?

Die Theologin Michaela Quast-Neulinger hat mit Lea Susemichel vom feministischen Magazin an.schläge über die Misogynie und den absoluten Machtanspruch einer männlichen Elite gesprochen, die sich die Welt untertan machen will.

https://anschlaege.at/wirre-theorien/ (Öffnet in neuem Fenster)

Es ist ein Mythos, dass Trauer in Phasen verläuft. Trauer bleibt, so wie Liebe

Ich dachte, wenn jemand trauert, würde dies ein paar Monate andauern, und dann wäre es schon wieder besser. Ich war so naiv.

https://krautreporter.de/psyche-und-gesundheit/6594-es-ist-ein-mythos-dass-trauer-in-phasen-verlauft-trauer-bleibt-so-wie-liebe#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

Vertrauensbruch oder öffentliches Interesse?

Der „Spiegel“ hat interne Notizen der Linken-Politikerin Elif Eralp veröffentlicht (Öffnet in neuem Fenster), die sie bei der Autorisierung eines Interviews über Antisemitismus in ihrer Partei versehentlich mitgeschickt hatte. Darin schildert sie ihre Angst um die Familie und bereut Aussagen über einen Aktivsten der anti-israelischen Szene. „Ich hätte dieses Interview niemals zusagen dürfen“, soll sie notiert haben. Das Magazin rechtfertigt die Veröffentlichung mit der politischen Tragweite. Eralp will laut „Politico“ rechtlich dagegen vorgehen und den Presserat einschalten.

Medienjournalist Stefan Niggemeier sieht einen möglichen Vertrauensbruch (Öffnet in neuem Fenster), verweist aber zugleich auf den journalistischen Auftrag, Missstände aufzudecken. Der deutsche Medienanwalt Christian Schertz spricht von einem „medienrechtlich interessanten Grenzfall“. Vertrauliche Kommunikation sei geschützt, die Pressefreiheit jedoch nicht auf ursprünglich öffentliche Informationen beschränkt. Die Veröffentlichung hält er für überwiegend zulässig.

Linken-Politiker Bodo Ramelow kritisiert das Vorgehen (Öffnet in neuem Fenster) dagegen scharf. Der „Spiegel“ nutze interne Kommunikation, „um eine schwache Frau zu zeigen“. Das sei ein anachronistisches Klischee.

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/die-linke-in-berlin-warum-der-spiegel-ueber-die-angst-von-elif-eralp-vor-terror-sympathisanten-berichten-a-2df08a8b-0ddf-41f2-9de4-cb200b46c685 (Öffnet in neuem Fenster)

Wünscht schönes Wochenende:

Markus

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