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Wie österreichische Geheimdienstmitarbeiter identifiziert werden können

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich in meiner Kindheit und Jugend regelmäßig am Ossiacher See in Kärnten baden war. Ganz oft war das Wasser so dreckig und voll mit Algen und das Badeerlebnis dementsprechend getrübt. Schuld daran war eine in den 1930er Jahren begonnene Trockenlegung und immer stärkere Bewirtschaftung der Flächen vor dem See. 

Seit ein paar Jahren ist das Wasser wieder klar, denn eine riesige Moorlandschaft vor dem See wurde renaturiert. Mit dem Bleistätter Moor wurde ein Paradies der Biodiversität geschaffen. Es gilt als Vorzeige-Renaturierungsprojekt und zeigt, wie Kompromisse zwischen Landwirtschaft, Tourismus und Naturschutz aussehen können. Ich kann diese ORF-Kurzdoku (Öffnet in neuem Fenster) darüber nur empfehlen. Auf das Thema bin ich heute gekommen, weil ich eine schöne Reportage im Standard (Öffnet in neuem Fenster) über eine Renaturierung im Nationalpark Kalkalpen gelesen habe.

Außerdem geht es heute um die Spritpreisbremse, um Trumps Rückschlag im Medienstreit und einen KI-Angriff auf die australische Regierung. 

Nach Preisanstieg: Comeback für Spritpreisbremse

Die Preise an der Zapfsäule steigen stark an. Die Regierung zieht deshalb die im Frühjahr beschlossene Spritpreisbremse wieder an. Im Oktober und November soll für Konsument*innen der Preis für Treibstoff im Durchschnitt um 12 Cent sinken. Die Mineralölsteuer (MÖSt) wird laut Bundeskanzleramt um 6,7 Cent herabgesetzt. Aktuell beträgt die MÖSt-Senkung 1,9 Cent pro Liter. Die Margenbegrenzung wurde zuletzt ausgesetzt, ab Oktober soll sie wieder 3,5 Cent pro Liter betragen. Damit wird die Gewinnmarge von Mineralölunternehmen auf diesen Wert erneut begrenzt. Außerdem sinke die Mehrwertsteuer, woraus sich die 12 Cent pro Liter ergeben. 

Von Seiten der Wirtschaft gibt es Kritik an dem Markteingriff, der Gewerkschaftsbund hingegen hatte zuletzt ein Wiedereinsetzen der Margeneingriffe gefordert. Die Bundesländer haben Druck gemacht, dass die Regierung die Spritpreisbremse wieder stärker anzieht, berichtet der ORF (Öffnet in neuem Fenster). Beschlossen werden soll das Ganze bei einer Sondersitzung im Nationalrat Ende September und gelten für vorerst zwei Monate.

Gericht stoppt Trumps verfassungsfeindlichen Medien-Ausschluss 

US-Präsident Donald Trump hat letzte Woche in einem wohl verfassungsfeindlichen Schritt drei Medien aus dem Weißen Haus verbannt. Journalist*innen von CNN, MS NOW und Politico durften ab Samstag nicht mehr aus dem Weißen Haus berichten und mussten ihre Presseausweise abgeben. Die Medien haben am Montag eine Klage gegen die Entscheidung eingereicht. Ein Richter hat heute entschieden, dass dieser Ausschluss einstweilig gestoppt werden muss, da er wohl verfassungswidrig sei und das First Amendment, genauer die Pressefreiheit, untergrabe. Aus dem Weißen Haus gab es noch keine Antwort auf diese Entscheidung. 

Unter US-amerikanischen Sendern kam es zu einer Solidaritätswelle mit den betroffenen Medien. Gestern Abend traf der chinesische Präsident Xi Jinping in den USA ein, wo er von Trump begrüßt wurde. Doch keiner der großen US-amerikanischen Fernsehsender hat den Moment live übertragen, berichtet die New York Times (Öffnet in neuem Fenster). Wie es in der Causa weitergeht, sei aktuell noch nicht klar. 

OpenAI-Agenten hackten Australiens Krankenversicherungssystem

Die KI soll jetzt erstmals eine Regierungswebseite gehackt haben. Das berichtet der australische Premierminister Anthony Albanese am Rande der UN-Generalversammlung in New York City. Konkret geht es um einen KI-Agenten von OpenAI, der sich bereits im Juni Zugang auf die Seite der australischen Krankenversicherung Medicare verschafft haben soll. Der KI-Agent soll auf öffentliche und nicht öffentliche Dateien zugegriffen haben, persönliche Informationen seien nicht betroffen. 

Der KI-Agent ChatGPT soll mehrere Sperren umgangen haben, um Informationen über Krankenversicherungen zu bekommen, berichtet der ORF. Albanese kritisierte OpenAI scharf für das Handling der Situation. Die australische Regierung sei erst im September per E-Mail an ein öffentliches Postfach auf den Vorfall aufmerksam gemacht worden. Die Rufe nach KI-Regulierung werden angesichts solcher Geschichten immer lauter. 

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Smartphone-Spionage: Wenn Geheimdienstler*innen identifizierbar werden

Diese Geschichte hat es in sich. Unsere Handys speichern und senden unsere Standortdaten. So weit nichts Neues. Aber wie eine Recherche von NEWS jetzt aufdeckt, werden diese Daten im Internet angeboten und daraus lässt sich unter anderem die Identität von hochrangigen österreichischen Sicherheitsbeamt*innen ableiten. 

https://www.news.at/investigativ/smartphone-spionage-geheimdienst-leak (Öffnet in neuem Fenster)

„Ich bin Metallbaumeisterin. Kunden halten mich für die Praktikantin“

150 Frauen haben Krautreporterin Astrid Probst geschrieben, in welchen Situationen sie nicht ernst genommen werden. Viele zweifelten danach an sich selbst. Dabei hat das Problem einen Namen.

https://krautreporter.de/geschlecht-und-gerechtigkeit/6543-ich-bin-metallbaumeisterin-kunden-halten-mich-fur-die-praktikantin (Öffnet in neuem Fenster)

Österreich ermöglicht KI-Bescheide

Es ist bezeichnend, wenn ein deutsches Tech-Medium eine kritischere und wesentlich detailliertere Analyse eines österreichischen Gesetzestextes herausbringt als österreichische Medien. Heise erklärt genau, was das gestern im Nationalrat mit Regierungsmehrheit beschlossene Gesetz zum Einsatz von KI in der Verwaltung in der Praxis bedeutet – vollautomatisierte KI-Bescheide vom Finanzamt, die Möglichkeit für KI-automatisierte Verwaltungsstrafen und umfangreiche Chatbots. Im Vorfeld wurde einiges an Kritik laut, die österreichischen Behörden seien nicht bereit für so einen umfangreichen Einsatz.

https://www.heise.de/news/KI-Bescheide-ohne-menschliches-Zutun-in-Oesterreich-11463844.html (Öffnet in neuem Fenster)

Will, dass die KI sich selbst renaturiert:

Emil

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