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Was passiert, wenn Frauen die Arbeit niederlegen? 

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

In Österreich besuchen Kinder kürzer als in fast allen anderen europäischen Ländern gemeinsam eine Schule. Mit zehn werden sie getrennt, schon mit neun fällt oft die Entscheidung, ob sie ins Gymnasium oder in eine Mittelschule kommen.
In fünf Volksschulen in drei Bundesländern soll im kommenden Herbst nun die sechsjährige Volksschule als Schulversuch starten, hat Bildungsminister Christoph Wiederkehr von den NEOS gestern in einer Pressekonferenz erklärt (Öffnet in neuem Fenster). Das hört sich recht harmlos an, ist aber für österreichische Verhältnisse, wo die Entscheidung, wer ins Gymnasium geht und wer in die Mittelschule, immer noch stark von der sozialen und finanziellen Herkunft der Eltern abhängt, geradezu revolutionär.

Die ÖVP und die FPÖ sind dagegen, mir macht es Hoffnung, dass sich vielleicht doch ein bisschen etwas tut im österreichischen Schulsystem. Auch wenn beim Pilotversuch noch vieles offen sein dürfte. Auch der Standard kommentiert: (Öffnet in neuem Fenster) Es darf nicht beim Pilotprojekt bleiben. 

Außerdem geht es heute um Waldbrände in Indonesien, das Stolperstein-Verbot in Heidenau und Jugendarbeitslosigkeit.

Jugendarbeitslosigkeit in Österreich

Ein Forschungsbericht (Öffnet in neuem Fenster) des Instituts für Höhere Studien (IHS) für den Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) hat erhoben, dass migrantische Jugendliche der ersten Generation häufiger keine Ausbildung haben und arbeitslos sind als andere Gruppen.
Das berichtet (Öffnet in neuem Fenster) der ORF. Die Daten stammen von 2022. Danach waren Jugendliche und junge Erwachsene der ersten Migrationsgeneration mit 27,3 Prozent dreimal so häufig von Arbeits- und Ausbildungslosigkeit betroffen wie Jugendliche und junge Erwachsene ohne sogenannten Migrationshintergrund (8,7 Prozent). In der zweiten Generation lag der Anteil bei 13,3 Prozent. Unterschiede gibt es auch zwischen jungen Frauen und Männern sowie zwischen unterschiedlichen Herkunftsländern. Besonders hoch ist der Anteil bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus anderen europäischen Ländern.

Ein Fazit der Studie ist, dass das Bildungssystem stark auf lineare und störungsfreie Bildungsbiographien ausgerichtet ist (siehe oben) und wenig Raum für Unterbrechungen und Neuorientierungen bietet, der gerade für Menschen mit Fluchterfahrung wichtig wäre.

Kritik am Stolperstein-Verbot in Heidenau

Im sächsischen Heidenau in der Nähe von Dresden haben gestern Abend Abgeordnete der CDU und AfD gemeinsam dafür gestimmt, dass keine neuen Stolpersteine mehr in der Stadt verlegt werden dürfen. Stolpersteine erinnern seit über dreißig Jahren in vielen europäischen Städten an Opfer des Nationalsozialismus, meist an ihrem letzten bekannten und frei gewählten Wohnort. In Heidenau gibt es bisher an zwei Orten Stolpersteine. Sie erinnern an Paul Gröger, sozialdemokratischer Bürgermeister von Heidenau, der im Sommer 1933 von den Nazis ins KZ Hohnstein eingeliefert wurde und sich nach seiner Entlassung das Leben nahm. Und an die jüdische Familie Reiner, die in Heidenau ein Kaufhaus betrieb (und die übrigens österreichische Wurzeln hatte, wie man hier (Öffnet in neuem Fenster) nachlesen kann).
Das Alternative Kultur- und Bildungszentrum Sächsische Schweiz hatte beantragt, weitere Stolpersteine zu verlegen. Sie sollten an das jüdische Ehepaar Fritz und Martha Goldstein erinnern.

Der Antrag, den CDU und AfD nun durchgesetzt haben, argumentiert, Stolpersteine seien keine würdige Art der Erinnerung. Erinnert werden solle nun an einer neu zu entwerfenden Gedenkstätte am Heidenauer Nordfriedhof. Dort gibt es bereits einen Gedenkstein für Opfer des Nationalsozialismus. 

Christoph Heubner, Evekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, kritisiert das Vorgehen, wie unter anderem der ORF berichtet. „Dies ist ein durchsichtiger und schäbiger Versuch, Heidenauer Opfer der Nazis erneut aus der Stadt hinauszuwerfen und sie dahin zu entsorgen, wohin das Gedenken nach Meinung der AfD schon längst gehört: auf den Friedhof.“ Auch der Landesverband der jüdischen Gemeinden in Sachsen und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes kritisieren, dass so das Gedenken aus dem Alltag auf den Friedhof verdrängt würde. Die taz (Öffnet in neuem Fenster) fasst Kritik und Vorgehen ausführlich zusammen und berichtet auch von einem bereits im Dezember verfassten, teils gleichlautenden Antrag der AfD in Heidenau, unterschrieben von AfD-Fraktionsvorsitzenden Daniel Barthel, vor 20 Jahren in Neonazi-Kreisen rund um die Kameradschaft „Skinhead Sächsische Schweiz“ aktiv.

Waldbrände lodern in Indonesien

Seit Wochen kämpfen Zehntausende Einsatzkräfte gegen verheerende Waldbrände in Indonesien an. Inzwischen sollen rund 200.000 Hektar abgebrannt sein, berichtet die Tagesschau (Öffnet in neuem Fenster) – am schwersten betroffen seien der indonesische Teil der Insel Borneo und Sumatra. Offenbar sind einige Feuer außer Kontrolle geraten, mit denen Landwirte ihre Felder für den Anbau von neuen Pflanzen vorbereiten. Begünstigt werden die Brände durch El Niño (Öffnet in neuem Fenster); das Wetterphänomen bringt extreme Dürre mit sich. Wegen der Brände ist die Luft so schlecht, dass mehr als eine Million Kinder nicht zur Schule gehen können und im Online-Unterricht sitzen. Die Menschen vor Ort klagen über Husten und Atemwegserkrankungen.

Inzwischen läuft eine Klage gegen Indonesiens Präsidenten Prabowo Subianto und seine Regierung: Menschenrechtsgruppen fordern, dass der nationale Katastrophenzustand ausgerufen wird und Notfall-Mittel freigegeben werden. Das SRF (Öffnet in neuem Fenster) hat schon zu Monatsbeginn von vor Ort berichtet. (Luzia Geier) 

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Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Was passiert, wenn Frauen die Arbeit niederlegen? 

Das breit vernetzte Bündnis Frauen*Streik plant gerade einen bundesweiten Frauenstreik am 3. Mai 2027 in Österreich. Die an.schläge haben mit zwei Frauen aus dem Organisationsteam, der Wiener Wirtschafts- und Sozialwissenschafterin Elisabeth Klatzer und der Geschäftsführerin des Grazer Frauenrats Anna Majcan über die Geschichte von Frauenstreiks und ihre Macht gesprochen. Sie sagen: „Es brodelt unter Österreichs Frauen.“

https://anschlaege.at/unsere-solidaritaet-ist-unsere-radikalitaet/ (Öffnet in neuem Fenster)

Vier Romance- und Fantasy-Bücher, die wirklich Spaß machen

Seien wir ehrlich, der Großteil der Bücher in diesem Genre ist ziemlich schlecht. Doch diese vier lohnen sich zu lesen.

https://krautreporter.de/sinn-und-konsum/6536-vier-romance-und-fantasy-bucher-die-wirklich-spass-machen#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

Die Vordenkerin

Meredith Whittaker ist die Chefin des Messenger-Diensts Signal, eine der wichtigsten KI-Vordenker*innen der Welt und eine der lautesten Kritiker*innen der Tech-Branche. Die freie Kommunikation sieht sie bedroht wie nie zuvor. Das Missy Magazine hat ihr in seiner aktuellen Ausgabe ein ausführliches Porträt gewidmet.

https://missy-magazine.de/blog/2026/09/07/der-ki-hype-ist-gefaehrlich/ (Öffnet in neuem Fenster)

Brodelt auch: 
Anna

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