Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Sechs Monate nach Beginn des Iran-Kriegs spüren Österreichs Haushalte und Betriebe die Folgen direkt bei den Energiekosten. Der europäische Gaspreis hat sich auf rund 66 Euro je Megawattstunde verdoppelt. Auch der Ölpreis liegt deutlich über dem Vorkriegsniveau: Brent kostet derzeit knapp 90 Dollar, nach zwischenzeitlich mehr als 120 Dollar. Als Importland ist Österreich diesen Preissprüngen unmittelbar ausgeliefert.
Es ist davon auszugehen, dass der Gaspreis im Winter nochmals steigen wird. Immerhin hat es heute gute 30 Grad.

Ansonsten geht es heute um die Deradikalisierungsstelle Derad, den Kunstdiebstahl im MAK und die Sturzflut in Nepal/Tibet.

Regierung ebeendet Zusammenarbeit mit Derad
Die Bundesregierung beendet die Zusammenarbeit mit der Deradikalisierungsstelle Derad, meldet der ORF (Öffnet in neuem Fenster). Die Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) der Stadt Wien setzt die Zusammenarbeit aus. Hintergrund sind laut Verfassungsschutz (Öffnet in neuem Fenster) Hinweise auf Bezüge mehrerer relevanter Vereinsakteure zur Ideologie der Muslimbruderschaft (Öffnet in neuem Fenster). Strafrechtliche Vorwürfe gibt es nicht.
Derad arbeitet derzeit noch für das Justizministerium, unter anderem in Gefängnissen. Dort sollen islamistische Täter vom Dschihadismus weggeführt werden. Im Staatsschutz sieht man darin durchaus Erfolge. Zugleich lautet der Vorwurf: Die Betroffenen würden nicht zu liberalen Muslimen, sondern zu „fundamentalistischen“ Islamisten.
Die Muslimbruderschaft verfolgt das Ziel, ihre Ideologie auf legalem Weg gesellschaftlich zu verankern. Laut Verfassungsschutz haben sich Hinweise auf Verbindungen von Derad-Mitgliedern zu entsprechenden Organisationen, Vereinen und Personen verdichtet.
Das Justizministerium hatte die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) mit einer Sicherheitsüberprüfung beauftragt. Deren Ergebnisse führten zu den aktuellen Konsequenzen. Die Aufträge für Derad dürften nun an andere Organisationen gehen, etwa die Beratungsstelle Extremismus oder den Verein Neustart.
Moussa Al-Hassan Diaw, Islamismusforscher und Obmann des Vereins, hat die Beendigung aus den Medien erfahren: „Ich bin sprachlos, das ist komplett irre“, sagt er im KURIER-Gespräch (Öffnet in neuem Fenster).
Die Vorwürfe weist er zurück: „Zu genau jener Organisation, in der ich in verschiedenen Publikationen, in Vorträgen, gegenüber Justizbehörden und medial warne und klar benenne, dass sie die Ursache für die Entwicklung des Dschihadismus ist, sollen wir eine Nähe haben?“ Man habe sogar Schulungen für die Staatsschutz-Behörden durchgeführt, um in Bezug auf die Muslimbruderschaft zu sensibilisieren.

Diamantcollier aus Wiener MAK gestohlen
Nach dem spektakulären Diebstahl eines wertvollen Diamantcolliers aus dem Wiener Museum für angewandte Kunst (MAK) fahndet die Polizei (Öffnet in neuem Fenster)nach zwei Männern. Die Täter schlugen am Donnerstag gegen 14 Uhr die Vitrine mit einem Hammer ein und flüchteten mit dem Schmuckstück.
Bei der Beute handelt es sich um das Collier der ägyptischen Königin Nazli, das Van Cleef & Arpels 1939 im Art-déco-Stil fertigte. Das Schmuckstück aus Platin ist mit 673 Diamanten besetzt und wiegt insgesamt 200 Karat. Bei einer Auktion erzielte es vor zehn Jahren 4,3 Millionen Dollar.
Die Polizei wertet Überwachungsvideos aus und befragt Zeugen. Der Fall erinnert an den Diebstahl der “Saliera” aus dem Kunsthistorischen Museum im Jahr 2003.

Einsatzkräfte bergen Hunderte Tote im Himalaya
Wie schon befürchtet ist die Zahl der Toten nach der massiven Sturzflut im Gebirge zwischen China und Nepal weiter gestiegen. Behörden sprechen inzwischen von knapp 400 Todesopfern, mehr als 1300 Menschen werden weiterhin vermisst. Auch zu acht Deutschen besteht kein Kontakt, berichtet die Tagesschau (Öffnet in neuem Fenster). Aus vielen Ländern kamen Hilfsangebote, heißt es bei der Deutschen Welle (Öffnet in neuem Fenster). Weil die Region schwer erreichbar ist, gestalten sich die Rettungsmaßnahmen als kompliziert. Mehrere Tausend Einsatzkräfte arbeiten sich durch den Schlamm. Rettungskräfte werfen Hilfsgüter aus Hubschraubern über den am schwersten betroffenen Gebieten ab und suchen nach Überlebenden; mehr als 240 Menschen konnten so bislang gerettet werden. ntv (Öffnet in neuem Fenster) zeigt das Ausmaß der Katastrophe aus der Luft.
Die Zeit (Öffnet in neuem Fenster) hat am Telefon mit einer Augenzeugin gesprochen. Sie schaffte es mir ihrer Familie, sich auf höheres Gelände und schließlich auf das Dach eines Hauses zu retten: „Als wir uns umsahen, waren kaum noch Häuser zu sehen“, erzählt sie. Nur ein oder zwei hätten die Flut überstanden. Grund für die Sturzflut könnte ein „kombiniertes Gletscher- und Murgang-Hochwasserereignis“ gewesen sein, erklärt Gletscherforscher Donovan Dennis im taz (Öffnet in neuem Fenster)-Interview. Bei Murgang handelt es sich um eine Mischung aus Geröll, Gesteinsbrocken, Eis und Schlamm, wie der Experte erklärt – und weil Gletscher durch die Erderwärmung abschmelzen, erhöht sich die Gefahr solcher Katastrophen. (Luzia Geier)

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Wenn im Mordprozess der Täter das Opfer verdrängt
Acht Jahre lang galt Jennifer Scharinger als vermisst. Dann gestand ihr Ex-Freund, die damals 21-Jährige getötet zu haben. Nun verurteilte ihn das Wiener Straflandesgericht zu lebenslanger Haft. Doch über den Prozess hinaus bleibt eine Frage: Wie viel Raum blieb eigentlich für Jenni selbst?
https://www.wienerzeitung.at/a/wenn-im-mordprozess-der-taeter-das-opfer-verdraengt (Öffnet in neuem Fenster)
Ich habe mehr als 50 Männer gefragt, warum sie Frauen ghosten
Liebe ist für sie ein Tauschgeschäft. Was viele nicht verstehen: Am Ende sind sie die Verlierer.
https://krautreporter.de/leben-und-lieben/6531-ich-habe-mehr-als-50-manner-gefragt-warum-sie-frauen-ghosten#lesen (Öffnet in neuem Fenster)
26 Minuten Spielszenen aus “GTA VI”
Fast drei Monate vor Erscheinen des mit Spannung erwarteten nächsten Videospiels aus der „GTA“-Reihe, sind auf Netflix (Öffnet in neuem Fenster) und YouTube (Öffnet in neuem Fenster) die bislang längsten Trailer für “GTA VI” veröffentlicht worden. Mal nur sehr kurz und mal etwas länger gezeigt werden Raubüberfälle, hektische Schießereien in Gebäuden, aber auch rasante Verfolgungsjagden.
Die “Grand Theft Auto”-Reihe von Rockstar Games, zählt zu den erfolgreichsten Videospielserien der Welt. Der erste Teil erschien 1997, der bislang letzte 2013. “
https://www.youtube.com/watch?v=tJbzMqJGH4k (Öffnet in neuem Fenster)Spielt gerne Tetris: Markus

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