Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Pünktlich zum November ist in Wien das November-Wetter eingekehrt: grau, kalt und feucht. Straßenbelag und Himmel gehen farblich ineinander über. Die Sonne werden wir jetzt immer seltener sehen, Besserung wird es wohl erst wieder im März geben.
Bei mir schlägt sich das trübe Wetter stets auf die Stimmung, nicht umsonst empfehlen Psychiater*innen, Antidepressiva nicht im Herbst abzusetzen. Was hilft dagegen? Die einen schwören auf Vitamin D, andere auf Lichttherapie, nicht wenige leisten sich eine Fernreise.
Mein Tipp: Schau auf die Hochnebelgrenzen und versuche, immer wieder Ausflüge in die Sonne zu machen. Etwa auf die Hohe Wand oder die Rax.

Außerdem im Newsletter: Mid-Term-Wahlen in den USA, präparierte Halloween-Süßigkeiten und hoher Gaspreis.

In den USA wird gewählt
Über Wahlen in den USA heißt es häufiger, sie seien „die wichtigsten in einer Generation“. Inwiefern der Superlativ dieses Jahr zutrifft, werden erst die Geschichtsbücher der Zukunft abschließend klären können. Klar ist, dass es bei den Kongresswahlen 2026 um viel geht – vor allem um die Frage, ob die Demokraten den Republikanern von US-Präsident Donald Trump die Mehrheit in beiden Parlamentskammern abluchsen können. Angesichts der Umfragen sind sich etliche Beobachter*innen sicher, dass mindestens das Repräsentantenhaus, also die größere Kammer mit insgesamt 435 Abgeordneten, an die Opposition gehen wird. Aber auch der Senat mit seinen 100 Senator*innen könnte in die Hände der Demokraten fallen, denn Trump ist momentan extrem unbeliebt, und die sogenannten Zwischenwahlen (Öffnet in neuem Fenster) (also die Kongresswahlen zwischen zwei Präsidentschaftswahlen) sind immer auch ein Barometer für die Regierungspartei. Insbesondere die hohen Lebenshaltungskosten (Öffnet in neuem Fenster), angeheizt durch die Handels- und Kriegspolitik des Präsidenten, lassen viele Menschen in den USA an den Republikanern zweifeln.
Einigen Wind machen gerade Kandidat*innen aus dem linken Flügel der Demokraten. Trump und andere Republikaner*innen bezichtigen sie des „Kommunismus“, wobei die meisten ideologisch eher mit deutschen Sozialdemokraten zu vergleichen sind. Die taz (Öffnet in neuem Fenster) hat sich mit dem Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller darüber unterhalten, wieso die Strategie der Republikaner seiner Meinung nach aus der Zeit gefallen ist. Aber auch bei den Demokraten ist nicht alles eitel Sonnenschein. Die Democratic Socialists of America (DSA) und andere linke Organisationen setzen das Establishment bei den Demokraten unter Druck. Im Interview mit t-online (Öffnet in neuem Fenster) erklärt der DSA-Vorsitzende des Großraums Washington D.C., was die Partei seiner Ansicht nach falsch macht.
Allgemeine FAQs zu den Zwischenwahlen gibt es unter anderem bei ZDFheute (Öffnet in neuem Fenster) und bei der Deutschen Welle (Öffnet in neuem Fenster). Liveticker direkt aus den USA bieten etwa CNN (Öffnet in neuem Fenster) und NBC News (Öffnet in neuem Fenster). Die Berliner Morgenpost (Öffnet in neuem Fenster) dröselt auf, was die Midterms für Deutschland und Europa bedeuten. Wer sich näher mit den Umfragen befassen möchte, kann das beim RND (Öffnet in neuem Fenster) tun. Das Handelsblatt (Öffnet in neuem Fenster) erklärt, auf welche Rennen es besonders ankommt. Und der britische Guardian (Öffnet in neuem Fenster) hat sich näher mit den (sehr hohen) Wahlkampfspenden von Elon Musk befasst. (Luzia Geier)

Kind durch Nadel in Halloween-Süßigkeit verletzt
Nachdem die gestrigen ersten Berichte noch nicht von der Polizei bestätigt waren, haben wir bei tag eins uns in der Berichterstattung zurückgehalten. Nun ist aber gesichert, dass es mehrere Fälle von zu Halloween gesammelten Süßigkeiten gibt, die mit Metallgegenständen präpariert wurden. Ein zehnjähriges Mädchen im Bezirk Amstetten in Niederösterreich sei durch einen Biss in eine Minischokolade, in der eine Nadel versteckt war, leicht im Mund verletzt worden, sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager am Dienstag laut (Öffnet in neuem Fenster)orf.at (Öffnet in neuem Fenster).
Auch in der Steiermark und in Oberösterreich wurden mehrere ähnliche Fälle der Polizei gemeldet. In Linz fand ein 28-jähriger Vater einen Zentimeter lange Nägel in Schokoriegeln und Kaubonbons, die seine Kinder gesammelt hatten, berichtete die Polizei am Montag. Vorsorglich warnt die Exekutive vor dem Verzehr von Halloween-Naschsachen, die im Stadtteil Linz-Oed gesammelt wurden.
In Weiz und Leibnitz in der Steiermark gibt es laut Polizei vier Fälle, die nach bisherigen Erkenntnissen nicht in Zusammenhang stünden, aber man könne das auch nicht völlig ausschließen. Etliche Berichte über Funde gibt es auch in Deutschland. Die Ermittlungen gestalten sich als äußerst schwierig, weil die Kinder in der Regel an unzählige Türen klopfen. Die Häufung der Fälle ist jedenfalls auffällig, noch ist aber unklar, ob es womöglich über Social Media eine Verabredung zu solchen Taten gab.

Gaspreis über 100 Euro
„Die Krise ist zurück”“, titelt der Kurier (Öffnet in neuem Fenster). Seit Jahresbeginn hat sich der europäische Gaspreis verdreifacht. Vor Beginn des US-Angriffs auf den Iran lag der Preis Ende Februar bei rund 32 Euro. Zu Beginn der Heizperiode waren die österreichischen Gasspeicher nur zu 66 Prozent gefüllt, zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr waren es noch 84 Prozent. Laut Kurier halten sich die Händler wegen der hohen Preise beim Einspeichern zurück, in der Hoffnung auf ein rasches Ende des Konflikts und damit sinkende Preise. Die Internationale Energieagentur (IEA) teilte heute mit, dass die europäischen Speicher Ende Oktober lediglich zu 75 Prozent gefüllt seien – der tiefste Stand seit 2013.
Profiteure der hohen Energiepreise sind in erster Linie Öl- und Gaskonzerne. Laut einer Auswertung der NY Times (Öffnet in neuem Fenster) haben die 50 größten amerikanischen Öl- und Gasunternehmen seit Kriegsbeginn 130 Milliarden Dollar Gewinn eingefahren. Das ist fast dreimal sovielso viel wie im gleichen Zeitraum vor dem Iran-Krieg. Auch die OMV konnte (Öffnet in neuem Fenster) im 3. Quartal ihren Gewinn um sagenhafte 68 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro steigern.
Eine Entspannung der Gaspreise wird von Expert*innen frühestens nach der Heizperiode im Frühling 2027 erwartet. Sollten die USA, wie von Donald Trump angedeutet, ihre Angriffe auf den Iran intensivieren, wird aber ein weiterer Preisanstieg befürchtet.
In der ZiB-2 rechnete Johannes Mayer, Leiter der Volkswirtschaftsabteilung der Regulierungsbehörde E-Control, vor: 300 bis 500 Euro pro Jahr kostet das Heizen eines Einfamilienhauses mit Gas nun mehr.

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35 Grad sind nicht für alle gleich
Wie gut man mit den steigenden Temperaturen umgehen kann, hängt auch stark davon ab, wie alt man ist oder ob man etwa einen Garten hat. Das Momentum Institut hat gemeinsam mit dem Set Network Klimadaten und sozioökonomische Daten (etwa Anteil Menschen über 65 und Armutsgefährdung) für 1.345 Regionen in 37 europäischen Ländern auf einer Karte zusammengefasst. Das Ergebnis: Die 15 Regionen mit den höchsten Werten liegen allesamt in Bulgarien, Rumänien oder Griechenland. In Österreich ist Wien am stärksten betroffen.
https://www.moment.at/story/35-grad-sind-nicht-fuer-alle-gleich/ (Öffnet in neuem Fenster)https://www.heat-inequality-map.com/ (Öffnet in neuem Fenster)
Der Porno-Wissenschaftler, der Opfer eines Porno-Scams wurde
Patrick Catuz schreibt seine Doktorarbeit über Pornos, in denen Männer Frauen mit falschen Versprechen täuschen. Dann erhält eine Darstellerin ein Angebot für einen Dreh. Absender: angeblich er selbst.
https://krautreporter.de/internet-und-technologie/6596-der-porno-wissenschaftler-der-opfer-eines-porno-scams-wurde (Öffnet in neuem Fenster)
Bin Holzhacken
Beliebte Stilmittel in mittelmäßigen bis schlechten Filmen: Menschen, die sich vor dem Spiegel stehend einen Schwall Wasser ins Gesicht schaufeln, um klarzukommen. Frauen, die einfach nur ihre Brille abnehmen müssen, um einem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen. Männer, die ihre Emotionen nicht über das Reden mit einer nahestehenden Person klären, sondern über das Holzhacken im Schuppen. Wer diesen Coping-Mechanismus ausprobieren will, aber weder Holz noch Hacke hat, kann sich jetzt im Internet austoben:
https://screen.toys/firewood/ (Öffnet in neuem Fenster)Hackt lieber in Tastaturen,
Dominik
