Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Mit Desinformation können Wahlen beeinflusst werden. 2024 wurde in Rumänien der erste Wahlgang der Präsidentschaftswahl komplett annulliert. Das Verfassungsgericht hat den überraschenden Sieg eines rechtsextremen Kandidaten für nichtig erklärt. Der Grund: Tausende von Russland ausgehende TikTok-Accounts hätten seine Inhalte gepusht und die öffentliche Meinung dahingehend beeinflusst. Die Wahl sei demnach nicht frei gewesen.
Welche Mechanismen hinter solchen Desinformationskampagnen stecken, zeigt ein Mini-Game der EU. In VoteforTurtle (Öffnet in neuem Fenster) manipuliert man als Spieler*in die Wahl zum beliebtesten Haustier mithilfe einer kleinen Desinformationskampagne. Ich kann empfehlen, das mal auszuprobieren!
Passend zum Thema zeigt ein heute erschienener Bericht (Öffnet in neuem Fenster) von INVED (Institut für die Verteidigung europäischer Demokratien), wie häufig Österreicher*innen auf Social Media mit russischen Narrativen konfrontiert werden. Rund 75 Prozent der 2.500 untersuchten Kommentare unter Beiträgen zu den Themen Ukrainischer Nationalfeiertag, Drohnenvorfall in Deutschland sowie hybrider russischer Krieg waren in diesem Sommer inhaltlich pro-russisch, anti-ukrainisch oder gekennzeichnet durch Hassrede, Whataboutism und Relativierung.

Im Newsletter geht es heute um einen Vorfall mit einem Flugzeug, die Wirtschaftsentwicklung in Österreich und einen Cyber-Angriff auf die Stadt Wien.

FlyDubai-Maschine am Weg nach Israel notgelandet – Verdacht auf gewollten Absturz
Die Medienberichte heute Vormittag haben sich überschlagen. Eine FlyDubai-Maschine hatte auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv plötzlich Notsignale gesendet. Später sogar ein Signal, das auf eine Flugzeugentführung hinweist. Tatsächlich dürfte es an Bord zu einer gewaltvollen Auseinandersetzung gekommen sein, wie verschiedene Medien berichten.
Zuerst hat das Flugzeug einen Sturzflug eingeleitet, möglicherweise habe der Pilot einen gewollten Absturz herbeiführen wollen. Laut Medienberichten sei die Lage vom Co-Piloten und Personen an Bord unter Kontrolle gebracht worden. Das Flugzeug mit rund 150 israelischen Passagier*innen an Bord konnte sicher in Saudi-Arabien notlanden. Bilder aus dem Flugzeug zeigen, dass es eine blutige Auseinandersetzung gewesen sein dürfte. Die israelische Regierung behandelt den Vorfall als möglichen Terrorakt. Israelische Medien berichten unterdessen auch von einem Suizidversuch. Wie oft in sich entwickelnden Situationen können zum jetzigen Zeitpunkt die genauen Umstände des Vorfalls noch nicht mit Gewissheit berichtet werden. Der Standard (Öffnet in neuem Fenster) berichtet aktuell und laufend.

Wirtschaft in Österreich erholt sich langsam
Die Statistik Austria hat heute verschiedene Wirtschaftsdaten für Österreich veröffentlicht. Die Wirtschaftsleistung, das sogenannte Bruttoinlandsprodukt, ist demnach 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent gewachsen. Und auch im ersten Halbjahr 2026 setzt sich dieser leichte Wachstumstrend fort. Vor allem der Dienstleistungsbereich sei für den Aufschwung verantwortlich. Der Konsum und die geleisteten Arbeitsstunden steigen demnach auch.
Aber auch die Staatsverschuldung sei im ersten Halbjahr weiter angewachsen. Das heißt, Österreich gibt immer noch viel Geld aus und muss sich deshalb weiter Geld ausborgen. Das öffentliche Defizit lag im 1. Halbjahr 2026 bei 11,1 Milliarden Euro bzw. 4,3 % des Bruttoinlandsprodukts. Damit war das Defizit geringer als im ersten Halbjahr 2025. Bis Ende 2028 soll dieser Wert bei den EU-Vorgaben von 3 % liegen, so der Plan der Bundesregierung.

Cyberangriff auf Stadt Wien
Es kam Anfang September zu einem Cyberangriff auf die Stadt Wien. Wie der ORF Wien (Öffnet in neuem Fenster) berichtet, haben sich die Täter über eine Sicherheitslücke Zugriff auf die IT-Systeme verschafft und rund 26.000 interne Dokumente gestohlen. Daten von 6.000 Personen sollen abgeflossen sein. Hinweise auf eine Veröffentlichung dieser Daten gibt es bisher nicht. Die Lücke soll bereits wieder geschlossen worden sein. Betroffen waren laut Bericht etwa 2.000 Magistratsbeschäftigte, rund 2.900 Bürger*innen bzw. mehr als 800 Auftragnehmer*innen der Stadt.
Morgen treten auch passend dazu die Bestimmungen des Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetzes 2026 (NISG) in Österreich in Kraft. Damit werden EU-Vorgaben im Bereich Cybersicherheit umgesetzt. Für rund 4.000 mittelgroße und große Unternehmen in 18 Sektoren gelten dann schrittweise Vorgaben zum Monitoring und der Meldung von Cyberattacken. Zusätzlich wird ein dem Innenministerium unterstelltes Bundesamt für Cyber-Sicherheit eingerichtet, das morgen seine Arbeit aufnimmt.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Wie es ist, nach der Geburt plötzlich Stimmen zu hören
Nach der Geburt ihrer Tochter erkrankt Tanja an einer Psychose. Sie beschließt, ihr Kind abzugeben. Das Zimt-Magazin beschreibt das Leben mit postpartaler Psychose.
https://zimtmagazin.at/portraits/postpartale-psychose-wie-tanja-ihr-leben-fand/ (Öffnet in neuem Fenster)
Veit wollte als Vater alles richtig machen – und brannte aus
Er hatte sich gleichberechtigte Elternschaft einfach vorgestellt. Dann kam das Baby.
https://krautreporter.de/psyche-und-gesundheit/6559-veit-wollte-als-vater-alles-richtig-machen-und-brannte-aus (Öffnet in neuem Fenster)
Wie viel und was Parteien auf Social Media posten
Zwei Forscher haben die Social-Media-Aktivitäten von Parteien in 38 Ländern systematisch und wissenschaftlich fundiert ausgewertet. Die Daten werden über das Tool PartySOME der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Jede*r kann sich selbst ein Bild machen, welche Partei wie viel auf welcher Plattform und zu welchem Thema postet. Überraschend war für mich, dass Migration zuletzt gar nicht das relevanteste Thema ist und die NEOS im Gesamtranking seit 2012 bei weitem die meisten Postings abgesetzt haben.
https://www.partysome.org/ (Öffnet in neuem Fenster)Wundert sich nicht darüber, dass die FPÖ am meisten auf Facebook postet:
Emil

PS: Wenn dir dieser Newsletter gefällt und du uns unterstützen möchtest, kannst du das in nur zehn Sekunden tun. Empfiehl tag eins (Öffnet in neuem Fenster) deinen Freund*innen und Bekannten weiter, das hilft uns sehr. Danke!