Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Zwei Milliarden Euro fehlen den Unis: Die 23 öffentlichen Universitäten erhalten von 2028 bis 2030 insgesamt 16 Milliarden Euro – zu wenig, um die Teuerung auszugleichen. Die Unis warnen vor dem Abbau jeder zehnten Stelle, die ÖH vor Einschnitten im Studienangebot. Heute demonstrieren Studierende in Wien gegen die Kürzungen. Erwartet werden mehr als 10.000 Teilnehmer*innen. Unterstützt wird der Protest von Rektoraten und Gewerkschaft.
Mich wundert ja, dass es in Österreich eher wenig Widerstand gegen die Kürzungen gibt.

Ansonsten geht es heute um den Strafprozess gegen Gunkl, zwei IT-Sicherheitslücken und Frankreich.

Kabarettist Günther „Gunkl“ Paal vor Gericht
Günther Paal ist wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes und des Besitzes von Missbrauchsdarstellungen angeklagt. Er ist geständig. Mutter und Großmutter des Kindes müssen sich wegen schwerer Erpressung verantworten.
Laut Anklage sollen die beiden Frauen dem 64-Jährigen mit der Veröffentlichung von Fotos und möglicher Gewalt gedroht haben. Zwischen Jänner 2025 und Juni 2026 soll Paal ihnen insgesamt 189.000 Euro in bar übergeben haben – teils bei Treffen an öffentlichen Orten. Im Mai stellte sich Paal der Polizei und erstattete Selbstanzeige. Bei einer Hausdurchsuchung wurden auf seinem Computer 960 Bilder und 19 Videos mit sexualbezogenen Darstellungen Minderjähriger sichergestellt.
Die Staatsanwaltschaft wirft Paal zudem vor, im Jänner 2025 die Tochter der heute 42-Jährigen missbraucht zu haben. Das Kind befindet sich in der Obhut der Wiener Kinder- und Jugendhilfe.
Die Angeklagten sind teilweise geständig: Paal und die jüngere Frau bekennen sich schuldig, die ältere bestreitet laut ihrem Anwalt die Vorwürfe. Den Frauen drohen bis zu zehn Jahre Haft, Paal bis zu fünf Jahre. Vor dem Gericht hat ein bekannter Rechtsaußen eine Kundgebung abgehalten - rund ein Dutzend Personen konnte er mobilisieren.

Millionen Angriffsversuche auf IT-Sicherheitslücken
Millionen Angriffsversuche, zahlreiche Websites offline: Nach Bekanntwerden schwerer Sicherheitslücken in der Programmiersprache PHP versuchen Kriminelle offenbar massenhaft, verwundbare Systeme auszunutzen. Cloudflare-Chef Matthew Prince zufolge stieg die Zahl der registrierten Angriffe binnen weniger Stunden auf Millionen, schreibt der ORF (Öffnet in neuem Fenster). Auch in Österreich nahmen mehrere Institutionen, darunter die Universität Wien und die TU Wien, ihre Websites vorsorglich vom Netz.
Die Schwachstellen ermöglichen es Angreifern, aus der Ferne eigenen Code auszuführen und Server im schlimmsten Fall vollständig zu übernehmen. Sicherheitsexperten raten dringend, verfügbare Updates einzuspielen. Noch ungeschützte Systeme sollten bis dahin abgeschaltet bleiben.
PHP steckt in zahlreichen Websites, Onlineshops und Content-Management-Systemen wie WordPress, Joomla und Drupal. Betroffen sein könnten laut dem europäischen Computer-Notfallteam CERT-EU alle Versionen ab PHP 5 aus dem Jahr 2004.
Entdeckt wurden die Lücken mithilfe künstlicher Intelligenz durch Sicherheitsforscher von Calif und Wiz. Die Schwachstellen sollen mehr als ein Jahrzehnt unentdeckt geblieben sein. Für private Nutzer besteht beim gewöhnlichen Surfen kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Allerdings drohen Ausfälle und Datenabflüsse bei unzureichend geschützten Websites.
Die wichtigsten Fragen zum Thema beantwortet das RND (Öffnet in neuem Fenster). Auch die heise (Öffnet in neuem Fenster) berichtet darüber.

Frankreichs Proteste: Wahlkampf mit der Krise
Plünderungen, Festnahmen und Gewalt erschüttern Frankreich. Wenige Monate vor der Wahl nutzen die politischen Lager die Eskalation für ihre Zwecke. Während die Regierung die Linke verantwortlich macht, sieht die Rechte die Ursache in der Migrationspolitik. Die sozialen Gründe des Protests geraten dabei zunehmend in den Hintergrund.
Hunderte Verletzte, rund 3000 geplünderte Geschäfte und mehr als 2500 Festnahmen: Die Bilanz der Ausschreitungen ist selbst für das protesterprobte Frankreich außergewöhnlich.
Was als Protest von Schülerinnen, Schülern und Studierenden begann, entwickelte sich zu einer breiten Bewegung. Bauern, Pflegekräfte, Gewerkschaften und Feuerwehrleute schlossen sich an. Der Unmut richtet sich gegen niedrige Löhne, steigende Preise und ein überlastetes Bildungssystem.
Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Sebastien Lecornu werfen der Linkspartei La France insoumise vor, die Proteste angeheizt zu haben. Belege dafür, dass die Partei die Gewalt organisiert hat, liegen bislang nicht vor. Zugleich dementierte das Innenministerium Berichte über eine mögliche politische Einflussnahme auf den Inlandsgeheimdienst.
Marine Le Pen nutzt die Ausschreitungen, um ihre Forderung nach einer restriktiveren Migrationspolitik zu untermauern. Auch internationale Politiker stellen einen Zusammenhang zwischen Migration und Gewalt her. Macron wiederum warnt vor manipulierten Bildern und gezielter Desinformation.
Während die politischen Lager um die Deutungshoheit kämpfen, demonstrierte die Mehrheit der mehr als 500.000 Menschen friedlich. Die zentrale Frage bleibt: Warum gehen so viele Menschen auf die Straße – und weshalb verdrängt die Suche nach Schuldigen zunehmend die Suche nach Lösungen?

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

„Wie bei einem Glücksspielautomat“
Ein Video geht noch. Dann noch eins. Und noch eins. TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts liefern pausenlos neue Reize – maßgeschneidert auf die Interessen ihrer Nutzer. Wer einmal angefangen hat zu scrollen, findet oft nur schwer ein Ende. Für Menschen mit ADHS kann das besonders zur Herausforderung werden. Die Informatikerin Elisabeth Lex untersucht dieses Phänomen gemeinsam mit ihrem Team an der Technischen Universität Graz.
Im Gespräch mit ZIMT erklärt sie, wie die Mechanismen der Plattformen wirken, weshalb Menschen mit ADHS besonders anfällig sein können und warum die Verantwortung nicht allein bei den Nutzer*innen liegt, sondern auch bei den Unternehmen, die diese digitalen Angebote gestalten.
https://zimtmagazin.at/meinungen/interviews/adhs-und-social-media-die-engagement-falle/ (Öffnet in neuem Fenster)
„Wo auch immer Juden sind, es ist nie richtig“
Ihre Kinder sollen nicht laut Hebräisch sprechen, sie werden blockiert, wenn sie schreiben, dass sie jüdisch sind. Sechs Jüdinnen und Juden erzählen, ob sie sich in Deutschland noch sicher fühlen.
https://krautreporter.de/rassismus-und-identitat/6584-wo-auch-immer-juden-sind-es-ist-nie-richtig#lesen (Öffnet in neuem Fenster)
„Frauenhass ist zu einem sehr lukrativen Geschäft geworden“
Veronika Kracher arbeitet zu antifeministischen Onlinenetzwerken, der sogenannten Manosphere. Die taz hat mit ihr geredet.
https://taz.de/Autorin-ueber-Onlineradikalisierung/!6221525/ (Öffnet in neuem Fenster)Hat fünf Geräte, die von PHP-Lücken betroffen sind bzw. waren: Markus

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