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Mehr als 100 antisemitische Vorfälle pro Monat

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Ich gebe es zu: Die Trump-Geschichten bereiten mir mittlerweile Schmerzen. So auch jene über die neue Sprecherin Katie Zacharia. Aber dazu später mehr.

Zunächst zu den Midterm-Wahlen, die näher rücken. Für Trump und seine Republikaner sieht es derzeit alles andere als gut aus. Im Gegenteil: Es drohen empfindliche Niederlagen. Und die könnten für Trump weitreichende Folgen haben – bis hin zu neuen Untersuchungen und möglichen Verfahren wegen Korruption.

Es könnte also noch ziemlich ungemütlich werden. Für Trump – und für den Rest der Welt. Denn Trump wird vermutlich alles daransetzen, sich aus der Affäre bzw. den Affären zu ziehen. Und je mehr er unter Druck gerät, desto unberechenbarer könnte er werden.

Ansonsten geht es heute um die neue Trump-Sprecherin Katie Zacharia, Arbeitstraining für Haftentlassene und Judenhass

Weißes Haus verteidigt Sprecherin Zacharia

US-Präsident Donald Trumps neue Sprecherin Katie Zacharia steht wegen ihrer Berufsbezeichnung unter Druck. Medienberichten zufolge fehlt der früheren Fox-News-Kommentatorin die Anwaltszulassung, obwohl sie sich wiederholt als „Anwältin“ bezeichnete. Bei ihrem ersten Auftritt im Weißen Haus hatte ein Journalist gefragt, in welchem US-Bundesstaat sie ihre Anwaltsprüfung abgelegt habe. Zacharia antwortete: „Als ich nach China gezogen bin.“ Später erklärte sie der „New York Times“, sie habe die Frage missverstanden.

Ihr Lebenslauf weist ein Jusstudium an der Pepperdine University aus, aber keine Anwaltszulassung. Auch ihre frühere Tätigkeit für eine Kanzlei in Peking und ihre Position als leitende Juristin einer republikanischen Organisation werfen Fragen auf.

Die Ethikorganisation Campaign for Accountability forderte die kalifornische Anwaltskammer auf, den Fall zu untersuchen. Das Weiße Haus verteidigte Zacharia als „blitzgescheit“ und „einzigartig qualifiziert“. Zacharia folgte auf Karoline Leavitt. Die Trump-loyale Konservative fiel in der Vergangenheit auch mit der Verbreitung von Verschwörungserzählungen auf.

Neustart streicht Arbeitstraining für Haftentlassene

Acht Millionen Euro fehlen: Der Bewährungshilfeverein Neustart stellt 2027 sein Arbeitstraining für Haftentlassene ein. Die Kürzungen im Doppelbudget 2027/28 zwingen den Verein zu Einschnitten. Betroffen sind 326 Menschen, die zuletzt in Werkstätten in Wien und Linz betreut wurden, sowie acht Beschäftigte, schreibt der ORF (Öffnet in neuem Fenster).

Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) zeigte sich überrascht. Mit dem Ministerium sei dieser Schritt nicht vereinbart gewesen. Dort sei man davon ausgegangen, dass Neustart sein bisheriges Geschäft aus Rücklagen finanzieren könne.

Geschäftsführer Alfred Kohlberger warnt vor weiteren Einschnitten. Schon jetzt betreuen Bewährungshelfer im Schnitt rund 40 Klienten – obwohl gesetzlich maximal 35 vorgesehen sind. Wegen der finanziellen Engpässe dürfte sich die Situation weiter verschärfen.

Kohlberger sieht darin ein Sicherheitsrisiko: Beschäftigung und soziale Absicherung seien entscheidend, um Rückfälle zu verhindern. Ohne ausreichende Finanzierung müsse Neustart seine Angebote reduzieren. Der Verein fordert gemeinsam mit Richtern und Staatsanwälten mehr Personal und eine bessere finanzielle Ausstattung der Justiz.

Halbjahr 2026: 671 antisemitische Vorfälle in Österreich registriert

Antisemitismus bleibt in Österreich auf hohem Niveau: Im ersten Halbjahr 2026 dokumentierte die Antisemitismus-Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (Öffnet in neuem Fenster) (IKG) 671 Vorfälle. Darunter waren zwölf körperliche Angriffe und 18 Bedrohungen. Im Vergleichszeitraum 2025 wurden 726 Fälle registriert, vor dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 waren es 311.

IKG-Präsident Oskar Deutsch: „Seit dem 7. Oktober 2023 hat sich nicht nur die Grenze des Sagbaren, sondern auch des Machbaren verschoben. Auf antisemitische Worte folgen Drohungen und Angriffe gegen Jüdinnen und Juden. Der Ausnahmezustand ist Alltag.“ Besonders viele Meldungen gingen im März ein. Nach Beginn des Krieges gegen das iranische Regime verdoppelte sich die Zahl der Vorfälle binnen zwei Wochen nahezu. Auch der Eurovision Song Contest und die Debatte um die Gaza-Flotilla prägten das Geschehen im Mai.

Während Beleidigungen und Sachbeschädigungen zurückgingen, stiegen körperliche Angriffe und Bedrohungen deutlich. In 75 Prozent der Fälle spielte israelbezogener Antisemitismus eine Rolle. Die Meldestelle warnt zudem vor einer hohen Dunkelziffer. Erfasst würden ausschließlich überprüfte Fälle; viele Betroffene meldeten Vorfälle aus Resignation oder Angst nicht. Die IKG fordert, antisemitischer Hetze konsequent entgegenzutreten.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Wladimir Putin will unseren Kollegen töten – ein Gespräch mit Christo Grozev

Christo Grozev gehört zu den bekanntesten investigativen Journalisten der Welt – und zu den gefährdetsten. Weil russische Agenten ihn töten wollen, musste er Wien verlassen. Bei Besuchen in Österreich schützen ihn schwer bewaffnete Polizisten.

In Österreich arbeitet er für JETZT. Das Medien Start-up hat mit dem “Kollegen, den wir nie sehen” ein Gespräch geführt. Grozev erzählt, wie Putins System operiert – und wie es sich anfühlt, wenn am Flughafen mutmaßliche Killer warten.

https://www.jetzt.at/artikel/sIPARPJv-aBx4lmba-64792 (Öffnet in neuem Fenster)

Video: Mütter sind heute einsamer denn je – warum?

Sobald der erste Hype um das Kind abgeflaut ist, kehren alle in ihre Routinen zurück. Nur die Mutter nicht. Die Soziologin Sabine Diabaté erklärt, was Müttern hilft.

https://krautreporter.de/geschlecht-und-gerechtigkeit/6576-video-mutter-sind-heute-einsamer-denn-je-warum#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

Weniger russische Bots nach ukranischen Drohnenangriff?

In sozialen Netzwerken kursieren Grafiken, die einen Rückgang russischer Social Bots nach ukrainischen Angriffen auf Yandex-Rechenzentren belegen sollen. Doch die vermeintlichen Beweise täuschen. Was tatsächlich dahintersteckt – und welche Folgen der Angriff haben könnte, hat Cemas (Öffnet in neuem Fenster)aufgeschrieben. Die SZ hat ein Video dazu veröffentlicht.

https://www.instagram.com/reel/Deex5OylUwm/?utm_source=ig_web_copy_link&rpxt=MzRlODBiNWFlZA==&srtk=MzRlODBiNWFlZA== (Öffnet in neuem Fenster)

Geht heute noch auf einen Berg: Markus

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