Zum Hauptinhalt springen

Warum Studierende die Akademie der bildenden Künste besetzen

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Heute gehen Österreichs Klimaschützer*innen wieder auf die Straße – mit konkreten Forderungen statt großen Rettungsversprechen. Doch der Bewegung schlägt zunehmend Gegenwind entgegen. 

Wie sich Sprache und Berichterstattung verändert haben und welche Folgen das für den Klimaprotest hat, untersuchen die Soziologinnen Ruth Simsa und Julia Litofcenko.

Ihre Studie (Öffnet in neuem Fenster) zeigt einen deutlichen Wandel: Galten Aktivist*innen vor 2022 in Medienberichten noch als „engagiert“ und „informiert“, werden sie inzwischen zunehmend als „extrem“ oder „terroristisch“ dargestellt. Vor allem FPÖ und ÖVP, aber auch Teile der Printmedien, hätten die Bewegung abgewertet und delegitimiert. „Das war ein sehr effektiver Gegenschlag“, sagt Simsa im ORF.

Gleichzeitig ging die Berichterstattung über die Klimakrise zurück.

Ansonsten geht es heute um Trump, einen möglichen Krieg in Afrika und die Akademie der bildenden Künste

Trump verschärft den Konflikt mit Selenskyj

Die Einschränkung des für ukrainische Militäreinsätze wichtigen Satellitensystems Starshield soll auf eine Anweisung aus dem Weißen Haus zurückgehen. Das berichtete Reuters unter Berufung auf drei Regierungsvertreter. Wer die Entscheidung traf und ihre Umsetzung veranlasste, blieb zunächst unklar.

Ukrainische Militärdrohnen konnten zuletzt offenbar bestimmte Starlink-Verbindungen nicht mehr nutzen. Das beeinträchtigte nach Angaben aus Kiew Angriffe auf russische Truppen und die Abwehr russischer Schahed-Drohnen. Im US-Senat forderten auch republikanische Abgeordnete eine Untersuchung des Vorfalls.

Parallel wachsen die Spannungen zwischen Washington und Kiew. US-Präsident Donald Trump warf dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor, keine Einigung mit Russland anzustreben. „Ich bin kein großer Fan von Selenskyj“, sagte Trump. Er rechne dennoch mit einem baldigen Ende des Krieges.

Selenskyj hatte zuvor Trumps einseitig verkündeten Stopp von Angriffen auf Raffinerien infrage gestellt und dessen aus seiner Sicht prorussische Haltung kritisiert. Beim EU-Gipfel in Brüssel sucht der ukrainische Präsident nun Unterstützung – sowohl im Krieg gegen Russland als auch im Konflikt mit Washington.

Zwischen Äthiopien und Eritrea könnte es wieder Krieg geben

Am Horn von Afrika wächst die Sorge vor einem Krieg zwischen Äthiopien und Eritrea. Diese Woche rückten äthiopische Truppen direkt an die Grenze zum Nachbarstaat vor, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters (Öffnet in neuem Fenster). Bei der Grenzregion handelt es sich um Tigray, den nördlichsten Bundesstaat Äthiopiens (Öffnet in neuem Fenster). Dieser wird von Rebellen der TPLF (Tigray People’s Liberation Front) kontrolliert, wie der Deutschlandfunk (Öffnet in neuem Fenster) erklärt. Die äthiopische Regierung führte schon von 2020 bis 2022 Krieg gegen die TPLF; innerhalb dieser zwei Jahre starben Hunderttausende Menschen (Öffnet in neuem Fenster) und Millionen wurden zu Binnenvertriebenen. Die Not in der Zivilbevölkerung (Öffnet in neuem Fenster) ist weiterhin riesig.

Ende September brachen zwischen der TPLF und den äthiopischen Streitkräften dann erneut Kämpfe aus. Im Zuge dessen besetzte die TPLF mit weiteren bewaffneten Gruppen auch strategisch wichtige Flughäfen. Ihnen geht es darum, Ministerpräsident Abiy Ahmed zu stürzen. Die äthiopische Regierung beschuldigt Eritrea, die Rebellen zu unterstützen. Eritrea wiederum sagt, Äthiopien bereite einen Angriffskrieg vor. Die Streitkräfte der beiden Länder führten schon Ende der 1990er Jahre Krieg gegeneinander, erinnert t-online (Öffnet in neuem Fenster). Der UN-Sicherheitsrat traf sich wegen des aufflammenden Konflikts diese Woche hinter verschlossenen Türen. Informationen zur Lage liefern die F.A.Z. (Öffnet in neuem Fenster) und ZDFheute (Öffnet in neuem Fenster). (Luzia Geier)

Protest gegen Sparpläne: Studierende besetzen Akademie

Aus Protest gegen drohende Budgetkürzungen haben Studierende die Aula der Akademie der bildenden Künste besetzt. Sie fordern eine ausreichende Finanzierung der Universitäten und lehnen höhere Studiengebühren ab. Die Besetzung soll bleiben, bis die Regierung reagiert, schreibt der ORF (Öffnet in neuem Fenster).

Im Streit um das Uni-Budget für 2028 bis 2030 stehen 15,5 Milliarden Euro im Raum. Für die Universitätenkonferenz reicht das nicht einmal, um die Inflation auszugleichen. Wiens Uni-Rektor Sebastian Schütze warnt vor drastischen Folgen: Bleibt es bei der Summe, drohen Kürzungen von zwölf bis 15 Prozent und massiver Personalabbau. Ein Budget unter 17 Milliarden Euro wäre aus seiner Sicht eine „absolute Katastrophe“.

Auch die Medizinische Universität Wien schlägt Alarm. Ihr Betriebsrat warnt vor dem Wegfall Hunderter Stellen am AKH – mit möglichen Folgen für die Gesundheitsversorgung, darunter längere Wartezeiten und Einschränkungen im Spitalsbetrieb.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Stalking: Du darfst mich nicht verlassen

Manchmal endet eine Beziehung nur für eine Person. Was danach folgt, sind Nachrichten, Drohungen und unerwünschte Begegnungen – bis aus Nähe Kontrolle und aus Liebeskummer Stalking wird. Eine Recherche der Wiener Zeitung.

https://www.wienerzeitung.at/a/stalking-du-darfst-mich-nicht-verlassen (Öffnet in neuem Fenster)

Interview: Ist Polyamorie das Richtige für dich?

Elisabeth Sheff erforscht seit 30 Jahren polyamore Beziehungen. Für manche kann Polyamorie die Beziehungszufriedenheit deutlich erhöhen. Für sie selbst ist es nichts.

https://krautreporter.de/leben-und-lieben/6567-ist-polyamorie-das-richtige-fur-dich#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

Spionagesoftware per Onlinewerbung verbreitet

Die Firma Discover-Tech soll manipulierte Onlinewerbung genutzt haben, um Millionen Geräte auszuspähen und unbemerkt mit Spionagesoftware zu infizieren. Laut Citizen Lab waren auch internationale Organisationen, Regierungen und Medien betroffen. Mindestens 45 Geräte des Senders Al Jazeera wurden nachweislich angegriffen. 

https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/spionage-software-werbung-100.htm (Öffnet in neuem Fenster)

Wünscht ein schönes Wochenende:
Markus

PS: Wenn dir dieser Newsletter gefällt und du uns unterstützen möchtest, kannst du das in nur zehn Sekunden tun. Empfiehl tag eins (Öffnet in neuem Fenster) deinen Freund*innen und Bekannten weiter, das hilft uns sehr. Danke!

0 Kommentare

Möchtest du den ersten Kommentar schreiben?
Werde Mitglied von tag eins und starte die Unterhaltung.
Mitglied werden