Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
wir starten heute wieder mal mit den schönen Nachrichten: In Oberösterreich gibt (Öffnet in neuem Fenster) es heuer eine außergewöhnlich gute Honigernte. Viele Bienenvölker haben mehr Honig produziert als normalerweise, teilweise bis zu 50 Kilogramm. Üblich sind etwa 25 Kilogramm. Das liegt laut dem Präsidenten des oberösterreichischen Verbands für Honigzucht, Herbert Vitzthum daran, dass es wenig geregnet hat, keine größeren Hagelfälle gab und die Bienen während der gesamten Saison genug Nahrung fanden.
Leider bleibt die Honigernte aber heuer die Ausnahme. Die Trockenheit in Österreich beeinflusst die Landwirtschaft stark, Bäuer*innen erwarten massive Ernteausfälle bei Obst und Getreide. Mehr dazu im Newsletter.

Außerdem geht es heute um die untersagte Demo der Identitären, Waldbrände in Europa und Armut in den Medien.

DÖW-Leiter Kranebitter ist für ein Verbot der Identitären
Chats mit der FPÖ, (Öffnet in neuem Fenster) Hilfe vonseiten der FPÖ bei Vorwürfen der Steuerhinterziehung (Öffnet in neuem Fenster), der Widerstand von Nachbar*innen im 5. Bezirk gegen einen Identitären-Treffpunkt im Keller – zuletzt waren die rechtsextremen Identitären wieder viel in den Schlagzeilen. Die Demoroute der Identitären, die sie für morgen in Wien angemeldet hatten, wurde gestern polizeilich untersagt (Öffnet in neuem Fenster). Die Demo gilt als Tummelplatz für europäische Rechtsextreme und Neonazis.
Andreas Kranebitter, Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW), spricht von einem „großen Erfolg“. Im APA-Sommerinterview betont (Öffnet in neuem Fenster) er, dass nicht nur die Demo, sondern die Identitären als solche verboten werden sollten. Für den Aktionsplan gegen Rechtsextremismus der Bundesregierung fand er lobende Worte. Die letzten Vorfälle, wie eine Attacke auf einen Taxifahrer in Leoben (Öffnet in neuem Fenster) und Schlägereien vor dem Parlament, hätten gezeigt, dass sich die Identitären weniger verstecken und offener auftreten. „Es entlarvt aber auch ihr eigenes Narrativ. Diese Idee, dass Neurechte nichts mit Gewalt zu tun hätten, ist einfach immer schon falsch gewesen. Die Identitären sind nicht gewaltfrei. Und sie sind auch nicht neu rechts, sie sind rechtsextrem und gewaltaffin“, so Kranebitter.

Es brennt in Südeuropa, Ernteausfälle in Österreich
In Frankreich, Spanien und Italien wüten weiterhin heftige Waldbrände. An der Atlantikküste bei Bordeaux wurden laut ntv (Öffnet in neuem Fenster) 20.000 Menschen in Sicherheit gebracht; die taz (Öffnet in neuem Fenster) berichtet über 10.000 Tourist*innen, die dort von acht Ferienzentren und drei Campingplätzen evakuiert wurden. In der spanischen Gemeinde Aldea del Fresno westlich von Madrid mussten 3.500 Menschen ihre Häuser verlassen, heißt es beim Spiegel (Öffnet in neuem Fenster). Und auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien wurden 100 Menschen und 22 Patient*innen aus einem Krankenhaus in Sicherheit gebracht. Spanien hat mittlerweile den „Notstand nationaler Tragweite“ ausgerufen, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Europäische Union um Hilfe gebeten.
Dort ist die Dürre besonders verheerend, wie die Tagesschau (Öffnet in neuem Fenster) hervorhebt: Weil es zu Jahresbeginn viel geregnet hatte, wuchsen die Gräser in der Region hoch – in der jüngsten Hitzewelle trockneten sie dann schnell aus. So entstanden perfekte Bedingungen für ein Feuer, das sich rasant ausbreiten kann. Eine neue Studie von World Weather Attribution (WWA) (Öffnet in neuem Fenster) beschäftigt sich näher mit der Dürre in Europa. „Historische Ernteverluste (…) könnten zusammen mit den anhaltenden globalen Konflikten die Lebensmittelpreise erhöhen und Haushalte mit geringem Einkommen überproportional treffen“, zitiert ZDFheute (Öffnet in neuem Fenster) aus der Studie. Währenddessen braut sich im Pazifik womöglich einer der stärksten El Niños seit mehr als einem halben Jahrhundert zusammen, wie der Deutschlandfunk (Öffnet in neuem Fenster) berichtet: Das Wetterphänomen könnte Folgen haben, die von Hitzerekorden in Asien bis zu Dürren in Teilen Afrikas und höheren Preisen im heimischen Supermarkt reichen.
Auch in Österreich ist es derzeit extrem trocken. Heimische Bäuer*innen erwarten massive Ernteausfälle, vorrangig beim Getreide. Der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Josef Moosbrugger, erwartet eine Getreideernte wie in den Dürrejahren 2017 und 2018 und ein Minus von 15 bis 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr, berichtet der Standard. (Öffnet in neuem Fenster) Auch Mais, Zuckerrübe, Kartoffel, Soja, Sonnenblume und Kürbis sind betroffen. Durch die Dürre fehlt auch Futter für die Tiere. Dürreversicherungen würden für viele Bauernhöfe das Schlimmste verhindern, doch die Betriebe müssten sich langfristig auf den Klimawandel einstellen, sagt Moosbrugger. Die Landwirtschaftskammer erwartet auch Einbrüche von 20 bis 25 Prozent bei der Obsternte. (Mit Material von Luzia Geier)

Wie der ORF über Armut berichtet
Ein Team der österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat im Auftrag des ORF untersucht, wie der öffentlich-rechtliche Sender über Armut berichtet und Armut darstellt. Das Ergebnis: Im ORF wird deutlich sachlicher über Armut berichtet als bei privaten Medien, allerdings gibt es vor allem im Bereich Unterhaltung vereinfachte Darstellungen von Armut. Der ORF gibt solche Studien regelmäßig in Auftrag, um herauszufinden, ob er seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllt.
Gesprochen haben die Forscher*innen mit Armutsbetroffenen und Expert*innen aus der Wissenschaft und von zivilgesellschaftlichen Organisationen, wie der Volkshilfe oder der Caritas.
Der Kommunikationsforscher Andreas Schulz-Tomancok, der an der Studie beteiligt war, empfiehlt als Leitlinie, nicht über arme Menschen zu sprechen, sondern mit ihnen. Um das zu erreichen, sei es wichtig, betroffenen Interviewpartner*innen auf Augenhöhe zu begegnen und sie besser in die journalistische Arbeit einzubinden, zitiert der Standard (Öffnet in neuem Fenster) Schulz-Tomancok. Auch dass Redaktionen insgesamt diverser werden, ist wichtig, denn Journalist*innen kommen immer noch größtenteils aus sozioökonomisch besser gestellten Haushalten.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Geschichten entlang der Pferdeeisenbahn
Seit diesem Jahr erzählen die beiden Journalistinnen Magdalena Pichler und Teresa Steffner in ihrem Newsletter „Die Trasse“ Geschichten entlang der ehemaligen Pferdeeisenbahn. Die erste öffentliche Bahnlinie Europas führte von Gmunden über Linz nach Budweis. Mit dem, was heute in dieser Region passiert, beschäftigen sich die beiden Journalistinnen monatlich in ihrem Newsletter. Für die aktuelle Ausgabe war Magdalena Pichler bei der Krisenhilfe Oberösterreich in Linz zu Besuch, außerdem berichteten die beiden schon über jugendliche Ehrenamtliche in Gmunden und das drohende Aus des Projekts „Stadtteile ohne Partnergewalt in Wels“.
https://www.dietrasse.at (Öffnet in neuem Fenster)

Interview: Was machen die besten Schulen der Welt, das wir nicht tun?
Alexander Brand besuchte PISA-Gewinner. Er sagt: Die wichtigste Rolle haben Förderlehrkräfte und er erklärt, warum Finnland heute nicht mehr nur auf offene Klassen und selbstreguliertes Lernen setzt.
https://krautreporter.de/kinder-und-bildung/6266-was-machen-die-besten-schulen-der-welt-das-wir-nicht-tun#lesen (Öffnet in neuem Fenster)
Hier kannst du über die Euro-Banknoten abstimmen
Vögel, Flüsse, berühmte Menschen – bis 21. September können Europäer*innen per Online-Umfrage auswählen, welches neue Design der Euro-Geldscheine ihnen am besten gefällt. Geplant ist eine neue Banknotenserie, zehn Entwürfe stehen zur Auswahl. Die Umfrage dauert etwa zehn Minuten, die Ergebnisse werden bei der endgültigen Entscheidung Ende 2026 berücksichtigt. Bis es die neuen Banknoten gibt, wird es aber noch etwas dauern. Sie sollen auch für Menschen mit Sehbehinderungen leichter erkennbar sein.
https://surveys.ecb.europa.eu/10b/banknotes/share/ (Öffnet in neuem Fenster)
Macht sich jetzt ein Honigbrot:
Anna