Zum Hauptinhalt springen

Drei Jahre Haft für Gunkl: Was schützt Kinder vor Gewalt?

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Österreich vs. russiche Spionage: Österreich weist vier russische Diplomaten aus. Drei von ihnen sind an der russischen Botschaft in Wien akkreditiert, ein weiterer gehört der russischen Delegation bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) an. Das teilte das Außenministerium mit.

Die Diplomaten hätten Tätigkeiten ausgeübt, die mit ihrem diplomatischen Status unvereinbar seien, erklärte das Ministerium. Sie seien deshalb zu unerwünschten Personen („personae non gratae“) erklärt worden und müssten Österreich verlassen.

Die Entscheidung beruhe auf Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden. Nähere Angaben zu den Gründen für die Ausweisungen machte das Ministerium nicht.

Ich bin gespannt, ob Russland darauf reagiert. Bislang hält sich der Kreml zurück.

Ansonsten geht es heute um Musk, Uni-Proteste und Sozialhilfen.

Trump soll Musk angewiesen haben, die Starlink-Drosselung aufzuheben

US-Präsident Donald Trump soll Elon Musk aufgefordert haben, Einschränkungen des Satelliteninternets Starlink für die Ukraine aufzuheben. Das berichtet das „Wall Street Journal (Öffnet in neuem Fenster)“ unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Kurz nach dem Gespräch habe der Dienst wieder normal funktioniert.

Trump bestätigte einen Anruf bei Musk nicht, widersprach der Darstellung aber auch nicht. „Ob ich oder jemand anderes angerufen hat, macht keinen Unterschied“, sagte er vor Journalisten. „Fest steht, er hat es wieder angeschaltet.“

Die Ukraine ist bei der Kommunikation an der Front und beim Einsatz von Drohnen auf Starlink angewiesen. Die Einschränkung des Dienstes soll deshalb die militärischen Aktivitäten gegen Russland beeinträchtigt haben.

Laut „Wall Street Journal“ und CBS News soll Musk die Verbindungsgeschwindigkeit ukrainischer Geräte begrenzt haben. Dadurch hätten schnell fliegende Drohnen teilweise keine Datenverbindung mehr aufbauen können. Die Berichte stützen sich auf anonyme US-Regierungsmitarbeiter und mit dem Vorgang vertraute Kreise.

Uni-Proteste: “Wir sind hier, wir sind laut“

Tausende Studierende, Professor*innen und Forschende demonstrierten gestern in Wien gegen drohende Einschnitte an den Universitäten. Die Österreichische Hochschüler*innenschaft (ÖH) sprachen von 50.000 Teilnehmenden (Öffnet in neuem Fenster). Vor der TU Wien skandierte die Menge: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut.“

Der Grund: Die Bundesregierung stellt den Hochschulen für 2028 bis 2030 insgesamt 16 Milliarden Euro in Aussicht – ohne Inflationsausgleich. Die Universitäten rechnen deshalb mit realen Einsparungen von mindestens zehn Prozent. Sie fordern 18 Milliarden Euro. Zudem sollen künftig Ausgaben aus dem Uni-Budget bezahlt werden, die bisher separat finanziert wurden.

Die Folgen könnten gravierend sein: Die Universitätenkonferenz warnt vor Stellenabbau, besonders betroffen wären junge Forschende mit befristeten Verträgen. Auch die Chancengleichheit steht auf dem Spiel. Sollten Universitäten Studiengebühren einführen, könnten sich noch weniger Menschen ein Studium leisten.

Die Protestierenden fordern Alternativen zu den Kürzungen. Auf Plakaten standen Slogans wie „Tax the Rich“ und „Vermögenssteuern wär a Option“. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) verteidigt das Budget, will aber mit den Universitäten über die Verteilung verhandeln.

Am Nachmittag zog die Demonstration über den Ring zur Uni Wien. Die Botschaft war klar: Der Protest könnte erst der Anfang sein.

Weniger Geld für Großfamilien

Die Sozialhilfe für kinderreiche Familien sinkt in fast allen Bundesländern. Mit einer Ausnahme: Die Steiermark muss ihre Leistungen erhöhen. Grundlage ist eine Reform, die ab 2027 einheitlichere Kinderrichtsätze vorsieht. Angestossen wurde die Reform u.a. durch Artikel über “syrische Großfamlien” und deren Bezüge.

Mehr als 200.000 Menschen beziehen in Österreich Sozialhilfe. Bisher konnten die Bundesländer weitgehend selbst bestimmen, wie viel Geld Familien erhalten. Künftig beträgt der Richtwert für das erste Kind 307,47 Euro monatlich. Für das zweite bis vierte Kind gelten festgelegte Grenzen, ab dem fünften Kind sind es 147,59 Euro pro Kind, rechnet der Kurier (Öffnet in neuem Fenster) vor.

Die Auswirkungen fallen regional unterschiedlich aus. Während Kärnten, die Steiermark und das Burgenland beim ersten Kind mehr zahlen müssen, werden die Leistungen in Wien und Vorarlberg gekürzt. Auch bei Familien mit mehreren Kindern verlieren Wien, Vorarlberg und Salzburg teils deutlich.

Es gibt auch Gewinner: Eine Alleinerzieherin mit zwei Kindern in Wien könnte künftig mehr erhalten. Insgesamt bedeutet die Reform für viele kinderreiche Familien jedoch spürbare finanzielle Einschnitte.

“Mehr Kinderarmut statt einer Kindergrundsicherung, mehr Probleme als Lösungen“, kritisiert Markus Koza, Arbeits- und Sozialsprecher der Grünen, die Regelung. Die ÖVP-FPÖ-regierten Bundesländer haben sich durchgesetzt, so Koza. Die Sozialhilfereform folgt einem politischen Wettlauf um strengere Standards. Das bediene zwar die Stimmung gegen Sozialhilfe, löse aber keine tatsächlichen Probleme.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Drei Jahre Haft für Gunkl: Was schützt Kinder vor Gewalt?

Günther Paal alias Gunkl wurde gestern zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Prozess wirft Fragen auf, die über das Urteil hinausgehen: Was schützt Kinder vor sexualisierter Gewalt? Und welche Rolle spielen Strafrecht, Warnzeichen und Prävention? Antworten von der WZ.

https://www.wienerzeitung.at/a/drei-jahre-haft-fuer-gunkl-wie-schuetzt-man-kinder-vor-sexuellem-missbrauch- (Öffnet in neuem Fenster)

So lernen Kinder wieder lesen

Ein Koffer mit Kinderbüchern in 50 Sprachen. Förderstunden, um die sich Kinder gegenseitig beneiden. Gegen die Lesekrise gibt es viele Ideen. Wir haben sortiert, welche am meisten versprechen.

https://krautreporter.de/kinder-und-bildung/6587-so-lernen-deutschlands-kinder-wieder-lesen#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

PHP-Lücken: Server übernommen – ohne Passwort

Weltweit hat es Millionen Versuche von Cyberangriffen auf Websites gegeben, nachdem am Mittwoch gravierende Sicherheitslücken in der Programmiersprache PHP bekanntgeworden waren. Angriffe mit Schäden wurden bisher nicht bekannt. Heise hat ein Video veröffentlicht, in dem er erklärt, was es mit den Lücken auf sich hat. Sehenswert (für alle, die mitreden wollen) !

https://www.youtube.com/watch?v=HDa_D-qEcsA (Öffnet in neuem Fenster)

Wünscht schönes Wochenende:

Markus

PS: Wenn dir dieser Newsletter gefällt und du uns unterstützen möchtest, kannst du das in nur zehn Sekunden tun. Empfiehl tag eins (Öffnet in neuem Fenster) deinen Freund*innen und Bekannten weiter, das hilft uns sehr. Danke!

0 Kommentare

Möchtest du den ersten Kommentar schreiben?
Werde Mitglied von tag eins und starte die Unterhaltung.
Mitglied werden